Afghanistan: 50 Tote bei Taliban-Angriff auf Militärbasis

By dw

Aufständische stürmten Lager in der Nähe von Mazar-i-Sharif. Einer der Angreifer sei mit einer Sprengstoffweste gefasst worden.

Bei einer Attacke der radikalislamischen Taliban auf einen Armeestützpunkt sind im Norden Afghanistans mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als 73 seien verletzt worden, als die Aufständischen die Militärbasis in der nördlichen Provinz Balch am Freitag stürmten, sagte ein Sprecher der Armee.

Die Zahl der Toten könne aber noch weiter steigen, weil afghanische Sicherheitskräfte das Gelände nach dem Ende der Gefechte immer noch absuchten.

Die Kämpfe zwischen Taliban und afghanischen Sicherheitskräften in dem Stützpunkt nahe der Provinzhauptstadt Mazar-i-Sharif seien inzwischen beendet. Die Basis sei wieder unter Kontrolle der afghanischen Sicherheitskräfte.

Einer der Angreifer sei mit einer Sprengstoffweste gefasst worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul. Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid sprach von mehr als 100 getöteten Soldaten. Die Taliban geben aber meist deutlich überhöhte Opferzahlen an.

Auch drei österreichische Gebirgsjäger stationiert

Angehörige der in Mazar-i-Sharif stationierten internationalen Truppen kamen nach deutschen Armeeangaben nicht zu Schaden. Im Camp Shahin sind im Rahmen des NATO-Einsatzes „Resolute Support“ (RS) rund 70 ausländische Militärberater tätig, darunter auch deutsche Soldaten. Auf einem NATO-Stützpunkt am anderen Ende der Stadt sind etwa 1600 Soldaten aus 20 Nationen stationiert, darunter seit vergangenem Oktober auch drei österreichische Gebirgsjäger.

Die Taliban hatten im November bereits einen schweren Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Mazar-i-Sharif verübt. Damals fuhr ein Selbstmordattentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Außenmauer des Komplexes, die durch die Wucht der Explosion zerstört wurde. Durch den Anschlag wurden mehrere Afghanen getötet und mehr als 120 verletzt. Die Mitarbeiter des Konsulats blieben unversehrt.

Source:: Kurier.at – Politik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.