Dauser macht den «Pistolero»: Kim Bui für Tabea Alt bei Turn-EM: Fünfte

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Tabea Alt blieb mit langem Gesicht im Hotelzimmer, doch Kim Bui schloss mit Kampfgeist die von der erkrankten Hoffnungsträgerin gerissenen Lücke.

Als Fünfte im Mehrkampf-Finale der Turn-Europameisterschaften von Cluj-Napoca sorgte sie schon wieder für aufgeheiterte Mienen im deutschen Turn-Lager.

„Tabea ist todtraurig, hätte gern ihr Können unter Beweis gestellt», berichtete Cheftrainerin Ulla Koch von der Entscheidung der Teamleitung, die 17-jährige Ludwigsburgerin eine Stunde vor dem Finale wegen akuter Magen-Darm-Probleme aus dem Wettkampf zu nehmen. „Kim Bui hat einen Super-Wettkampf gezeigt. Gigantisch, Fünfte in Europa zu sein», lobte Koch.

Die 28 Jahre alte Stuttgarterin kam auf 53,499 Punkte und erzielte damit die zweitbeste Platzierung des Deutschen Turner-Bundes in der EM-Geschichte nach dem zweiten Rang von Elisabeth Seitz 2011 in Berlin. Bui bestach vor über 7000 Zuschauern durch Ausgeglichenheit und überzeugte erneut am Stufenbarren (14,033).

Pauline Schäfer, die erst eine Stunde vor Wettkampfbeginn als Alt-Ersatz eingesprungen war, landete mit 48,798 Zählern auf Rang 20. Sie hatte große Probleme am Stufenbarren, konnte aber diesmal am Schwebebalken ihren „Schäfer-Salto» durchturnen und erzielte dort wiederum ein Top-Resultat mit 13,766 Punkten.

Ob Tabea Alt am Sonntag im Finale am Schwebebalken dabei sein kann, ist offen. Am Freitag war sie von der Mannschaftsleitung dafür nicht abgemeldet worden. „Wir müssen erst sehen, wie sie sich am Sonntagmorgen fühlt, und entscheiden dann», sagte Teamchef Sven Karg.

Die schlechte Nachricht der Jüngsten hatte zuvor ein wenig die Freude im Team über die guten Leistungen der Männer getrübt. Lukas Dauser hatte auf der Bodenmatte nach seinem gelungenen Sechskampf bei einem Tänzchen noch entspannt den Pistolero gegeben. Der Unterhachinger wollte seine Freude nach dem siebten Platz im Mehrkampf unbedingt mit den Zuschauern in der Polivalenta Arena teilen. „Ich überlege mir immer wie ich turne, aber nicht, wie ich danach feiere», meinte er schmunzelnd zu seiner spontanen Geste.

Seit dem Sieg von Philipp Boy 2011 in Berlin

Source:: Stern – Sport

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