Elf Tote bei nächtlichen Unruhen in Caracas

By dw

Seit Beginn der Protestwelle vor drei Wochen bereits 20 Tote. Opposition wirft Regierung vor, Demonstranten gezielt von Milizen erschießen zu lassen.

Bei nächtlichen Unruhen in Venezuelas Hauptstadt Caracas sind mindestens elf Menschen getötet worden. Damit sei die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Präsident Nicolas Maduro vor drei Wochen auf insgesamt 20 gestiegen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Bei den Ausschreitungen seien auch mindestens sechs Menschen verletzt worden.

Erst am Mittwoch waren bei den Massenprotesten in Caracas ein 17-Jähriger und in San Cristobal eine 23-Jährige durch Kopfschüsse getötet worden. Augenzeugen zufolge wurden die Schüsse von Mitgliedern der „colectivos“, von der Regierung bewaffnete zivile Gruppen, abgegeben. Die Opposition wirft der Regierung vor, Demonstranten gezielt von Milizen erschießen zu lassen.

Die Opposition rief nun für Samstag zu einem landesweiten Schweigemarsch und für Montag zur „nationalen Blockade“ von Straßen auf.

In der Hauptstadt Caracas setzte die Nationalgarde am Donnerstag Tränengas gegen tausende Demonstranten ein. Einige von ihnen warfen mit Steinen und Molotowcocktails. Auch in anderen Städten gab es Zusammenstöße. Die Opposition kündigte für Samstag weitere Proteste an.

„Ich bin bereit, jeden Tag auf die Straße zu gehen, wenn es notwendig ist“

„Ich bin müde, ja, aber man muss Mut haben“, sagte der 22-jährige Student Aquiles Aldarzoro, der sich an den Protesten beteiligte. „Ich bin bereit, jeden Tag auf die Straße zu gehen, wenn es notwendig ist.“ Nach dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschoßen hatten sich die Demonstranten in Caracas weiter in den Osten der Stadt zurückgezogen. Einige junge vermummte Demonstranten blieben aber und bewarfen die Ordnungskräfte mit Steinen und Molotowcocktails. Es wurden Mistkübel angezündet, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Inmitten der Auseinandersetzungen baute sich ein nackter Demonstrant vor den Sicherheitskräften auf, der nichts als Sportschuhe und Socken trug. Er stieg auf ein gepanzertes Militärfahrzeug und rief offenbar im Hinblick auf die Tränengasbomben:

Source:: Kurier.at – Politik

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