Warum die Küche 21.0 Werkstatt und Statussymbol ist

By Dr. Alexandra Hildebrandt

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„Die Kultur hängt von der Kochkunst ab.“ (Oscar Wilde)

Die Rückkehr der Küche

Anfang der 1980-er Jahre beeinflusste der Grafikdesigner Otl Aicher die Küchenwelt. In seiner Publikation „Die Küche zum Kochen. Das Ende einer Architekturdoktrin“ sagte er die Rückkehr der Küche voraus, die wieder ins Zentrum des Hauses rückt. Aicher schlug ein Küchenkonzept vor, bei dem das Essen und die Kochkunst als sinnliches Erlebnis gefeiert werden.

Heute wird die Küche „zum Mittelpunkt des Zuhauses und einmal mehr zum Statussymbol der Deutschen“, bestätigte der Geschäftsführer des Küchenhersteller-Verbands AMK, Kirk Mangels, am 8. Mai bei der Vorlage des Jahresberichts in Köln. Die Küchenbranche sieht einen Trend zu „genussvollem Kochen“: Es sei davon auszugehen, dass während der Woche etwas weniger, aber am Wochenende mehr gekocht werde, so Mangels.

Inzwischen ist jede zehnte Küche ein Luxusprodukt, Tendenz steigend. Der Küchenbranche gelingt es wie nur wenigen Branchen, Tradition, Innovation und Digitalisierung erfolgreich miteinander zu verbinden: Handwerk 2.0. „Digitalisierte Strukturen beispielsweise in Baugewerbe, Handwerk (!) oder Pflege sind uns größtenteils noch gar nicht bekannt (aber in den Startlöchern)“, schreibt Philipp Riederle in seinem aktuellen Buch „Wie wir arbeiten und was wir fordern.

Die digitale Generation revolutioniert die Berufswelt“, in dem er unter anderem nachweist, dass die Digitalisierung Handwerker nicht so schnell ins Hintertreffen bringen wird, „denn smarte Tools oder Roboter können helfen, aber nicht übernehmen“!

So ist es auch kein Zufall, dass sich bis heute auch viele traditionelle Bezeichnungen wie „Werkstatt“ erhalten haben und aus einer „Gedankenwerkstatt“ hervorgingen: Hier wird heute nicht mehr nur geschraubt und gewerkelt, sondern es stehen Ästhetik, Komfort und Kochen im Fokus. Hier lernten die Inhaber meistens das Tischlerhandwerk „von der Pieke“ auf und verbinden es nun mit dem digitalen Wandel, in dem das traditionelle Handwerk nicht verschwindet.

Denn Digitalisierung ohne echtes Handwerk ist Masse, Unendlichkeit, Kopierbarkeit. Eine Qualitätsküche aber hat einen Wert der Begrenztheit, welche die

Source:: The Huffington Post – Germany

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