TV-Tipp: Lindenstraße

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Wenn es am Abend der Bundestagswahl spannend wird, ist die „Lindenstraße» ganz nah an der Realität: Dann schauen Mutter Beimer & Co. gebannt auf den Fernseher und kommentieren die aktuellen Ergebnisse.

Doch Schauspielerin Marie-Luise Marjan (77) und die anderen Bewohner der ARD-Serie werden am Sonntagabend keineswegs tatsächlich in den „Lindenstraße»-Studios in Köln-Bocklemünd sitzen und live auf den Wahlausgang reagieren. Stattdessen haben die Macher in den vergangenen Tagen verschiedene denkbare Szenarien gedreht und werden die passende Episode am 24. September kurzfristig in die ansonsten längst fertige Folge einfügen.

Drei Varianten seien vorbereitet worden, erläutert der verantwortliche WDR-Redakteur Götz Schmedes. „Wir haben uns bei der Produktion auf die jüngsten Wahlumfragen gestützt und hoffen natürlich, dass wir am Ende so konkret wie möglich und so vage wie nötig sind.» Das Wahlergebnis wird in einem Gespräch zwischen Helga Beimer (Marjan), ihrem Ex-Mann Hans (Joachim Hermann Luger), Sohnemann Klaus (Moritz Sachs) sowie Gabi Zenker (Andrea Spatzek) diskutiert.

Der Fernseher, auf den die Schauspieler schauen, ist zum Zeitpunkt des Drehtermins in Wirklichkeit schwarz. Erst kurz vor der Ausstrahlung baut die Technik dort die 18.00 Uhr-Wahlprognose ein. „Die Wahl-Szene kommt erst gegen Ende der Sendung, damit möglichst viel Zeit bleibt, um sie einzufügen», sagt Schmedes. Die „Lindenstraße» läuft am Sonntag übrigens nicht wie gewohnt um 18.50 Uhr in der ARD, sondern um 19.45 Uhr beim ARD-Sender One.

Sogenannte Aktualisierungen haben bei der „Lindenstraße» Tradition – nicht nur bei Wahlen. Denn auch wenn die Serie im Laufe ihres 30-jährigen Bestehens Zuschauer verloren hat, auch wenn einstige Aufreger wie der erste Schwulen-Kuss im TV längst Geschichte sind, eines ist der „Lindenstraße» bis heute geblieben: Ihr Ruf, bei politisch oder gesellschaftlich relevanten Themen am Puls der Zeit zu sein.

Das gelingt mit Hilfe kleiner Episoden, die erst kurz vor der Ausstrahlung gedreht und nachträglich in die

Source:: Stern – Kultur

Stefanie Reinsperger eroberte mit Brecht Berlin

By Wiener Zeitung | www.wiener-zeitung.at Es war die eigentliche Eröffnungspremiere der neuen Intendanz von Oliver Reese am Berliner Ensemble. Michael Thalheimers Inszenierung von Bertolt Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ wurde am Samstagabend anhaltend bejubelt. Im Zentrum des Jubels stand die österreichische Schauspielerin Stefanie Reinsperger als um ihren Ziehsohn kämpfende Magd Grusche Vachnadze. Reinsperger, die vom Volkstheater Wien nach Berlin gewechselt ist und im Sommer an der Seite von Tobias Moretti als Buhlschaft im…

Source:: Wiener Zeitung – News Kultur

Spür den Rhythmus

By Heinz Wagner

„Groove!“: Ein Stück über und voller Rhythmus im Dschungel Wien.

Vom einfachen Fingerschnipsen über Stampfen, trommeln, singen, tanzen – knapp mehr als eine Stunde verwandeln sechs junge Darsteller_innen die – immer wieder live umgestellte – Bühne des größeren Saals im Dschungel Wien in einen rhythmisch pulsierenden Kosmos. Obwohl immer als einzelne, oft unterschiedliche, zuweilen gegensätzliche Individuen, fungieren sie als eine Art gemeinsamer Organismus – das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile!

In relativ wenigen Worten, viel mehr in konkreten Aktivitäten wird thematisiert, wie und wo überall unser aller leben – und das der gesamten Welt – von Rhythmus beherrscht wird – bzw. ohne einen solchen gar nicht möglich wäre, beispielsweise den des Herzschlags 😉 Von kleinsten bis zu großen Bewegungen, von Tanz bis beinahe Akrobatik, von leise und sanft bis kraftvoll und laut spannt sich der Bogen der hör- bzw. sichtbaren rhythmischen Aktionen des Sextetts.

Ob im Mit- oder im Gegeneinander, ob alle sechs auf einmal oder in unterschiedlichen Konstellationen – das faszinierende Geschehen auf der Bühne vibriert stets, führt hin und wieder auch zu spontanem rhythmischen Mit-Klatschen oder –schnipsen in den Publikumsreihen. Lass dich einfach mitreißen, stimm ein in „Groove!“

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Was? Wer? Wann? Wo?

Groove!
Theater foXXfire!
Rhythmus-Tanztheater, eine Stunde, ab 13 J.

Regie, musikalische Leitung: Richard Schmetterer
Choreografie: Melanie Hunger
Darsteller_innen: Eldina Džananović, Sophie Riedl, Sandra Schwann, Victoria Sedlacek, Futurelove Sibanda, Luis Widmoser
Bühne: Karoline Hogl, Hannes Röbisch
Kostüm: Karoline Hogl
Regieassistenz: Jana Püscher

Wann und wo?
Bis 23. Februar 2018
Dschungel Wien: 1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20
www.dschungelwien.at
www.theaterfoxxfire.at/

Source:: Kurier.at – Kultur

Orhan Pamuk: Mordet der Vater oder der Sohn?

By Peter Pisa

Der türkische Nobelpreisträger reproduziert zwei Mythen ins heutige Leben.

Ein Problem ist: Man glaubt, Orhan Pamuk will uns andauernd etwas sagen, das nicht da steht. „Die rothaarige Frau“ gibt sich so symbolträchtig; und wenn dann ein Pferd gelb gewordenes Gras frisst, denkt man sofort:

Ist das wirklich nur ein Pferd? Und die trockenen Grashalme – zeigen sie vielleicht das Ende des Kapitalismus?

Pamuks zehnter Roman ist u.a. eine Vater-Sohn-Geschichte, die 1985 beginnt und etwa bis 2010 reicht. Mythen dringen ins Heute vor, mit der Vaterfigur könnte ja theoretisch – wenn man Pamuk in Schwierigkeiten bringen will – ein politischer Vater wie Erdogan gemeint sein.

Die Wahl

Orhan Pamuk erzählt die alte griechische Ödipus-Geschichte, bevor er eine moderne Ödipus-Geschichte erzählt.

Und er macht – wie schon 2005 in „Schnee“– mit Rostram und Sohrab aus dem persischen Nationalepos Schahname bekannt.

Einmal tötet der Sohn irrtümlich den Vater (und zeugt mit der Mutter Kinder, irrtümlich), einmal der Vater den Sohn: Heute hat man offensichtlich die Wahl …

Ein 16-Jähriger aus arm gewordener Apothekerfamilie – der Vater verschwand – muss Geld für die Schule verdienen und wird Lehrling eines Brunnenbauers. Eines sehr lieben, sehr väterlichen Brunnenbauers.

In einer Ortschaft nahe Istanbul sieht er die rothaarige Schauspielerin eines linken Wandertheaters, doppelt so alt wie er ist sie, fix und fertig ist er. Zum ersten Mal verliebt!

Noch 30 Jahre später lässt ihn Pamuk von der kupferbraunen Haut und den großen Brüsten schwärmen.

Der Junge wird mit der Rothaarigen, die – muss man mehr sagen? – auch etwas Mütterliches hat, schlafen … und den väterlichen Brunnenbaumeister, den wird er unbeabsichtigt mit einem Kübel, aus 25 m Höhe in den Schacht fallen gelassen, umbringen.

Oder fast umbringen?

Das Pferd

Er flüchtet, will nicht wissen, ob sein Meister von ihm erschlagen wurde. Beschäftigt sich mit Ödipus und Schahname. Wird reich. Erfährt mit großer Verspätung, was damals beim Brunnenbauen (und bei

Source:: Kurier.at – Kultur

Deine Augen sind heute so schnittlauchgrün …

By Peter Pisa

Gerhard Falkner ist mit „Romeo oder Julia“ im Rennen um den Deutschen Buchpreis.

Manchmal reichen ein paar schwarze lange Haare.

Sie kleben in der Wanne, im getrockneten Badeschaum, und sind gewellt.

Sie gehören eindeutig nicht dem „schütteren“ Hotelgast, der dieses Zimmer bezogen hat. Er ist Schriftsteller. OBWOHL er Kurt heißt, ist er Schriftsteller. Kurt Prinzhorn. Bei seiner Ankunft waren die Haare nicht da, erst am nächsten Tag klebten sie.

Er verbrachte die Nacht allein. („Wir“ sind Zeugen: Er hat geraucht, zwei Flaschen Weißwein getrunken, dann fiel er ungeduscht ins Bett.)

Und es fehlen alle seine Schlüssel sowie Notizbücher.

Anzüglich

Das reicht bei Gerhard Falkner für einen großteils heiteren und ein klein wenig schaurigen Roman, in dem er wieder schwurbeln kann. Meisterhaft schwurbeln – wie es deutsche Schriftsteller / Dichter selten zusammenbringen.

Der 66-jährige Falkner ist ein Dichter, der gern etwas Lyrik in die Prosa bringt, und dann kann es passieren, dass eine Frau „schnittlauchgrüne“ Augen hat.

„Meine wasgrünen?“

„Romeo oder Julia“ ist ein Roman über Sex. Über Liebe auch. Aber bei diesem Kurt Prinzhorn geht es in erster Linie um Sex. Ständig macht er anzügliche Bemerkungen. Irgendwie ist er ungut. Zwar bildet er sich ein, seine Gedanken rauschen wie Papierschiffchen, und dann rauscht es in der Art: „Das Glück und das Unglück liegen manchmal dicht beisammen wie Anus und Vagina.“

Auch hat er die richtigen Worte dafür, was sich in einem Mann abspielt, wenn er zu einer Prostituierten geht – nämlich: „Na, ganz normale Volksmusik.“

Man will’s schon wissen, wer diesen Kerl stalkt. Wird wohl eine Frau mit schwarzen Haaren sein, die ihm sowohl in Innsbruck als auch bei Auftritten in Moskau und Madrid Angst einjagt.

Aber wichtiger sind die vielen Anspielungen auf die Literatur. Und viel wichtiger sind die Melodien, die sich Gerhard Falkner ausgedacht hat – mit Sätzen gibt er sich selten zufrieden.

Wieso eigentlich Romeo ODER Julia? Weil es nicht

Source:: Kurier.at – Kultur

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