Arabische Autoren kämpfen um Freiheit

Für sein jüngstes Buch hat sich Mohammed Abd el-Nabi eines der heikelsten Sujets ausgesucht, das ein Autor in der arabischen Welt behandeln kann. In dem Roman „Das Zimmer der Spinne” erzählt der Ägypter die Geschichte eines Mannes, der wegen seiner Homosexualität im Gefängnis landet und deswegen in eine tiefe Identitätskrise stürzt.

So offen schreibt Abd el-Nabi über ein Thema, über das am Nil sonst nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird, dass das Buch einem Tabubruch gleichkommt. Und ihm gleichzeitig den bisher größten Erfolg seiner Karriere als Autor beschert.

Der 40-Jährige gehört zu den sechs Schriftstellern, die es in diesem Jahr auf die Shortlist des bekanntesten Literaturpreises der arabischen Welt geschafft haben. Zum mittlerweile neunten Mal wird der Internationale Preis für Arabische Romanliteratur (International Prize for Arabic Fiction/IPAF) am 25. April in Abu Dhabi verliehen. Und auch in diesem Jahr fiebern Verlage und Autoren der arabischen Welt diesem Termin entgegen – gibt er ihnen doch die Gelegenheit, in einer von Krisen und Kriegen dominierten Region für einen Moment ins Scheinwerferlicht zu rücken.

Das ist für die Branche auch deshalb wichtig, weil die Literatur in der Region oft ein Schattendasein fristet. Die mündliche Überlieferung hat vielerorts eine längere Tradition als die schriftliche. Wenn Leser zum Buch greifen, dann oft eher zu religiösen Werken. Analphabetismus ist weit verbreitet. Zudem bieten Diktaturen und autokratische Staaten kein Klima, in dem Literatur blühen kann. Ökonomische Probleme sind eine zusätzliche Bürde, was zuletzt die Internationale Buchmesse Kairo, die größte ihrer…Lesen Sie den ganzen Artikel bei mz-web

Source:: MZ – Kultur

Romy-Verleihung: Peter Simonischek erhält Preis für sein Lebenswerk

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Den „Toni Erdmann»-Star Peter Simonischek hat die Auszeichnung für sein Lebenswerk bei dem österreichischen TV- und Filmpreis Romy nachdenklich gemacht. Das Altern werde immer unattraktiver, sagte der 70-jährige Österreicher am Samstag bei der Verleihung in Wien.

„In der Stadt zählt nur der jugendliche Greis mit gefärbten Haaren.» Der „Jedermann»-Mime will aber unverkrampft in die Zukunft sehen. Die Koffer seines Lebens seien gepackt und nun überlege er, wie er ein guter alter Mann werden könnte.

Senta Berger, Udo Jürgens oder zuletzt Thomas Gottschalk waren bereits Preisträger der Platin-Romy, die einmal jährlich von der Tageszeitung „Kurier» vergeben wird.

Den Preis als beliebtester Seriendarsteller konnte Hans Sigl entgegennehmen. Für den 47-jährige „Bergdoktor»-Darsteller ist es bereits die dritte Romy: „Ich versuche cool zu sein, aber ich freue mich irrsinnig», sagte er.

Die Romy für den „TV-Moment des Jahres» ging an Volksmusiker Andreas Gabalier für sein „MTV Unplugged»-Konzert. In weiteren Kategorien gewannen unter anderem der Darsteller Tobias Moretti („Die Hölle») und die Schauspielerinnen Ursula Strauss („Das Sacher») und Adele Neuhauser („Tatort»). Der Bestsellerautor Ferdinand von Schirach wurde für „Terror – Ihr Urteil» prämiert.

Der Preis erinnert an die in Wien geborene Schauspielerin Romy Schneider (1938-1982) und wurde zum 28. Mal vergeben.

Source:: Stern – Kultur

„Ich bin meine eigene Fiktion“

By Wiener Zeitung | www.wiener-zeitung.at

Paul Nizon, ein über Europas Grenzen hinaus anerkannter Autor höchster Sprachkunst, steht bei Kritik wie Lesern in einer widersprüchlichen und heterogenen Wahrnehmung. Der differenzierte Umgang mit komplexer Sprache gehört selten zum Mainstream. Der 87-jährige Schweizer, der seit 40 Jahren in Paris lebt, ist aber in Frankreich dennoch geschätzt, vielfach ausgezeichnet, und wurde 1988 als Chevalier de l´ Ordre des Arts et des Lettres gleichsam eingemeindet. Die Literaturkritik in…

Source:: Wiener Zeitung – News Kultur

Ungewöhnlicher Akt: Thüringen will einen Schlossherrn loswerden

Briefe an die Schlossherren sind geschrieben und an Adressen in Hamburg und London verschickt: Damit hat das derzeit wohl spektakulärste Verfahren zur Rettung eines Schlosses in Deutschland begonnen.

Mit der angestrebten Enteignung der vom Verfall bedrohten Schloss- und Parkanlage Reinhardsbrunn könnte Thüringen für einen Präzedenzfall im deutschen Denkmalschutz sorgen, glaubt nicht nur Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke). Noch nie ist zum Erhalt eines Kulturdenkmals, mit dem sich Glücksritter verspekuliert haben, ein solcher Schritt gegangen worden.

„Das ist das erste Mal, dass so etwas durchgezogen wird», sagt Ursula Schirmer, Sprecherin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Von einem Novum ist auch bei Juristen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Rede. „Alle, die sich für Denkmalschutz engagieren, verfolgen das Verfahren mit Spannung», so Schirmer.

Nach ihren Angaben haben fast alle Denkmalschutzgesetze der Bundesländer Klauseln, die Enteignungen als Ultima Ratio vorsehen, sollten Eigentümer ihrer Erhaltungspflicht partout nicht nachkommen. Dabei gehe es nicht um die privaten Denkmalbesitzer, die finanziell an ihre Grenzen gerieten, sagt sie. „Dafür gibt es Förderprogramme. Wer erhalten will, findet einen Weg.» Eine Rettung von Reinhardsbrunn – das Schloss entstand 1827 auf der Ruine des Hausklosters der Thüringer Landgrafen – hätte ihrer Meinung nach Signalwirkung.

Es gehe dabei unter anderem um die Frage, ob die Denkmalschutzgesetze der Länder nur Papiertiger seien. Zudem könnte das Verfahren Banken veranlassen, bei Hypotheken auf solche Objekte vorsichtiger zu sein.

Einer der Knackpunkte im Fall Reinhardsbrunn ist, dass die Eigentümer Grundschulden von mehr als neun Millionen Euro auf das Schloss eintrugen. Wo das Geld blieb, ist unklar. Auch deshalb gibt es ein seit Jahren laufendes Untreueverfahren gegen einen Ex-Geschäftsführer und dessen Sohn.

Formal richtet sich das Enteignungsverfahren des Landes gegen eine Firma: Reinhardsbrunn gehöre der Firma BOB Consult GmbH, die das historische Gemäuer in Friedrichroda im Thüringer Wald seit Jahren staatlichen Notsicherungsaktionen überlässt. In einem ersten Schritt war der Consultingfirma

Source:: Stern – Kultur

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