Angriff auf die Grossbank: Geliebte lieferte CS-Interna

By Patrik Berger, Vinzenz Greiner und Marijana Zeko

ZÜRICH –
Neues Kapitel im Wirtschaftskrimi um die geplante Aufteilung der Credit Suisse: Eine CS-Managerin aus New York soll einem am Coup beteiligten ehemaligen CS-Kadermann Interna zugespielt haben. Sie wurde freigestellt.

Der Plan von Hedgefonds-Manager Rudolf Bohli (48) ist verwegen: Er will die Credit Suisse aufteilen und neu organisieren. Und so deren Wert von 40 auf 80 Milliarden Franken verdoppeln (BLICK berichtete). Der Financier von der Goldküste ist aber nicht allein, er wird von einem früheren Topkader* der CS-Investmentbank unterstützt.

Die Motive der beiden? Bohli will mit seinem Anlagevehikel RBR Capital Advisors aus Küsnacht ZH wohl einfach nur Kohle machen. Der Ex-Kadermann dagegen sieht im frontalen Angriff auf die CS die Chance, sich an seinem Ex-Chef Tidjane Thiam (55) zu rächen. Denn: Thiam hat ihn kurz nach dessen Amtsantritt entlassen – nach 15 Jahren im Dienste der CS. Wohl auch, weil er für einen Kreditskandal in Afrika verantwortlich gemacht wurde.

Das lässt er sich nicht bieten. Lange Zeit galt der Investmentbanker als grosse Nummer am Finanzplatz London. Er wurde als Nachfolger von Brady Dougan (58) gehandelt. Und hat noch immer ein millionenschweres Paket an CS-Aktien, das massiv an Wert verloren hat.

Familie in London, Vergnügen in New York

Der Familienvater lebt in London an bester Lage und ist mit einer Amerikanerin* (49) verheiratet. Sie stammt aus gutem Haus. Er ist begeisterter Kletterer und Skifahrer. Und hat ein Faible für Flugzeuge. Offenbar nicht nur, denn die heile Welt der Familie ist nur Fassade. In New York vergnügt sich der Ex-Kadermann mit der Geliebten K.S.*.

Pikant: Die junge Frau arbeitet im mittleren Management der Credit Suisse, wie mehrere Quellen gegenüber BLICK bestätigen. Sie hat ausgerechnet letzte Woche ihren Job verloren, als der Angriff

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

EU-Staaten einigen sich über Reform der Entsendungen

By Ingrid Steiner-Gashi

Die neue Kompromiss-Regelung soll Sozial- und Lohndumping in der EU künftig verhindern.

Der ursprüngliche Plan war gut: Arbeitskräfte sollten ohne große bürokratische Hemmnisse von ihrem Heimatunternehmen für einen zeitlich beschränkten Einsatz in ein anderes EU-Land geschickt werden können. Das Lohnniveau der Entsandten, die oft aus den EU-Ländern im Osten kommen, hätte sich dem des Gastlandes angleichen und so deutlich steigen sollen.

So weit die Idee der heute mehr als zwanzig Jahre alten EU-Entsenderichtlinie, die ganz andere als die erwünschten Folgen zeitigte: Weil die entsandten Arbeitnehmer zwar denselben Stundensatz wie einheimische Beschäftigte erhalten, alle – viel niedrigeren – Lohnnebenkosten aber im Entsendeland entrichtet werden, können ausländische Unternehmen ihre Dienste meist erheblich billiger anbieten: In Bulgarien etwa betragen die Lohn und Nebenkosten pro Stunde nur rund ein Zehntel des Niveaus von Österreich.

Schiefer Wettbewerb

„Ganze Branchen werden durch diesen schiefen Wettbewerb gefährdet“, führt Maria Smodics-Neumann gegenüber dem KURIER aus. Die Obfrau der Sparte Gerwebe und Handwerk der Wirtschaftskammer Wien konstatiert speziell im Bau- und Baunebengewerbe das größte Problem – in diesem Bereich ist das Gros der im Vorjahr rund 170.000 nach Österreich entsandten Arbeitnehmer tätig.

Der Durchbruch

Nach monatelangem Streit um eine Reform der Entsenderichtlinie erzielten die EU-Sozialminister gestern bei ihrem Treffen in Luxemburg spät Nachts doch noch einen Durchbruch. Der Kompromiss zwischen den überwiegend unzufriedenen westeuropäischen und den gegenüber Änderungen skeptischen osteuropäischen Staaten sieht vor, die Wettbewerbsbedingungen zwischen entsendenden und lokale Unternehmen anzugleichen. Nicht alle EU-Staaten trugen den Kompromiss mit, er wurde aber mit einer Mehrheit der Länder beschlossen.

Er bedeutet: Gleiche Regeln für einheimische und entsandte Arbeitnehmer, also nicht nur Mindestlohn, sondern auch bei allen Gehaltsbestandteilen wie Weihnachtsgeld, Prämien, 13. Monatsgehalt, Schlechtwettergeld und Ähnliches. Ziel ist, Beschäftigte besser vor Lohn- und Sozialdumping zu schützen. Deshalb sollen Entsendungen künftig in der Regel nicht länger als zwölf Monate dauern, in Ausnahmen höchstens 18 Monate, wie aus Verhandlungskreisen bekannt wurde.

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

EU: EU will Lohndumping bekämpfen

Die entsandten EU-Ausländer sollten gleich viel Lohn erhalten (Archiv)

Luxemburg – Nach jahrelangem Streit sind sich die EU-Länder einig über verschärfte Regeln gegen Lohn- und Sozialdumping. Die Sozialminister schmiedeten am Montagabend in Luxemburg einen Kompromiss zur Reform der sogenannten Entsenderichtlinie.

Dies teilte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Entsandte EU-Ausländer müssen demnach künftig grundsätzlich nach denselben Regeln entlohnt werden wie Einheimische.

Die Entsenderichtlinie von 1996 regelt den Einsatz von Beschäftigten über Grenzen hinweg in anderen EU-Ländern. Schon jetzt sind Mindeststandards für diese Beschäftigten vorgeschrieben, etwa die Bezahlung des geltenden Mindestlohns.

Gewerkschafter beklagen jedoch Schlupflöcher und Missbrauch. Ausländische Arbeitnehmer würden ausgebeutet und örtliche Sozialstandards damit ausgehöhlt. Nach Angaben der EU-Kommission verdienen sie derzeit oft nur halb so viel wie einheimische Beschäftigte. Die Reform soll dies ändern.

Die Schweiz muss eine Verschärfung der Entsenderichtlinie „nicht automatisch übernehmen», wie das Staatssekretariat für Migration (SECO) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda schrieb. Dies obwohl im Freizügigkeitsabkommen Schweiz-EU auf diese Richtlinie verwiesen wird.

Dazu, ob die beschlossene Verschärfung im Sinne der Schweiz ist, wollte sich das SECO nicht äussern: „Noch hat die EU ja nichts definitives beschlossen.»

„Allfällige Auswirkungen einer Revision der EU-Entsenderichtlinie auf die Schweiz sind zu prüfen, sobald sich der diesbezügliche Inhalt einmal konkretisiert hat», heisst es weiter. Denn EU-Staaten und EU-Parlament müssen sich noch definitiv einigen.

Ob eine solche Verschärfung im Sinne der Schweiz ist, wird sich zeigen. Zwar hatte sie 2004 im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit flankierende Massnahmen eingeführt, um Lohn- und Sozialdumping zu verhindern. Anfang 2016 wehrten sich jedoch Arbeitgeber- und Gewerbekreise gegen eine Verschärfung der Massnahmen.

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

Schweiz muss Massnahmen nicht übernehmen: EU will Lohndumping bekämpfen

Die entsandten EU-Ausländer sollten gleich viel Lohn erhalten (Archiv)

Die Europäische Union hat nach jahrelangem Streit Massnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping beschlossen. Die Sozialminister schmiedeten am Montagabend in Luxemburg einen Kompromiss zur Reform der sogenannten Entsenderichtlinie.

Nach jahrelangem Streit sind sich die EU-Länder einig über verschärfte Regeln gegen Lohn- und Sozialdumping. Die Sozialminister schmiedeten am Montagabend in Luxemburg einen Kompromiss zur Reform der sogenannten Entsenderichtlinie.

Dies teilte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Entsandte EU-Ausländer müssen demnach künftig grundsätzlich nach denselben Regeln entlohnt werden wie Einheimische.

Die Entsenderichtlinie von 1996 regelt den Einsatz von Beschäftigten über Grenzen hinweg in anderen EU-Ländern. Schon jetzt sind Mindeststandards für diese Beschäftigten vorgeschrieben, etwa die Bezahlung des geltenden Mindestlohns.

Gewerkschafter beklagen jedoch Schlupflöcher und Missbrauch. Ausländische Arbeitnehmer würden ausgebeutet und örtliche Sozialstandards damit ausgehöhlt. Nach Angaben der EU-Kommission verdienen sie derzeit oft nur halb so viel wie einheimische Beschäftigte. Die Reform soll dies ändern.

Schweiz „muss» nicht nachziehen

Die Schweiz muss eine Verschärfung der Entsenderichtlinie „nicht automatisch übernehmen», wie das Staatssekretariat für Migration (SECO) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda schrieb. Dies obwohl im Freizügigkeitsabkommen Schweiz-EU auf diese Richtlinie verwiesen wird.

Dazu, ob die beschlossene Verschärfung im Sinne der Schweiz ist, wollte sich das SECO nicht äussern: „Noch hat die EU ja nichts definitives beschlossen.»

„Allfällige Auswirkungen einer Revision der EU-Entsenderichtlinie auf die Schweiz sind zu prüfen, sobald sich der diesbezügliche Inhalt einmal konkretisiert hat», heisst es weiter. Denn EU-Staaten und EU-Parlament müssen sich noch definitiv einigen.

Ob eine solche Verschärfung im Sinne der Schweiz ist, wird sich zeigen. Zwar hatte sie 2004 im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit flankierende Massnahmen eingeführt, um Lohn- und Sozialdumping zu verhindern. Anfang 2016 wehrten sich jedoch Arbeitgeber- und Gewerbekreise gegen eine Verschärfung der Massnahmen. (SDA)

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

Hat er Gelder der insolventen Airline veruntreut? Air-Berlin-Gründer unter Verdacht

By Vinzenz Greiner

BERLIN –
Laut einem Gutachten soll Joachim Hunold – einst CEO und heute Verwaltungsrat von Air Berlin – Gelder veruntreut haben. Er soll unter anderem Geschäftsflieger für Privatreisen genutzt und eine Eigentumswohnung an die Airline vermietet haben.

Air Berlin ist am Boden. Wortwörtlich. Am vergangenen Donnerstag hat der isländische Flughafen Keflavik eine Maschine der insolventen Airline gegroundet – wegen unbezahlter Rechnungen, die noch vor der Insolvenz angefallen sein sollen. Noch immer steht der Jet auf der Insel. Air Berlin bezeichnet dies gegenüber dem „Tagesspiegel» als „klar rechtswidrig».

Während heute in Deutschland die Regierungen von Bund und Ländern mit den Standorten der Airline über eine Transfergesellschaft für 4000 Air-Berlin-Mitarbeiter beraten, tauchen weitere Rechtswidrigkeiten auf. Begangen haben soll sie ausgerechnet der Gründer und einstige CEO von Air Berlin, Joachim Hunold (68).

Geschäftsflieger für Privatreisen genutzt?

Mehrfach liege der Verdacht der Untreue vor, heisst es in einem Untersuchungsbericht der Rechtsberatung PWC Legal mit dem Titel „Mögliche strafbare Handlungen des ehemaligen Chief Executive Officers Joachim Hunold». Laut dem Gutachten von 2012, aus dem die „Bild am Sonntag» zitiert, soll Hunold zwischen 2004 und 2011 Geschäftsflieger genutzt haben. Kostenpunkt: 1,7 Millionen Euro.

PWC Legal hegt den Verdacht, Hunold habe einige der Flüge für Privatreisen auf die Insel Sylt genutzt, wo er eine Ferienwohnung besitzen soll. Ausserdem soll er, wie die „Bild am Sonntag» mit Bezug auf den Bericht schreibt, Zehntausende Euro von Air Berlin an einen Karnevalsverein gespendet und eine Wohnung, die ihm gehörte, an die Airline vermietet haben („Geschäftsführer-Miete»). Zudem soll die Airline Hunold einen Pay-TV-Anschluss bezahlt haben.

Hunold will in der letzten Air-Berlin-Maschine mitfliegen

Der Bericht empfahl weitere Ermittlungen. Die wurden bisher aber nicht eingeleitet, der

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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