Ausland produziert Visa-Vignetten: Litauische Firma bekommt Auftrag für Hochsicherheits-Produkt

By Moritz Kaufmann und Petar Marjanovic

Schengen-Visa müssen zu hundert Prozent fälschungssicher sein. Der Bund vergibt die Produktion nun ins Ausland – nach Litauen.

Sie sehen aus wie einfache Sticker, die in einen Pass geklebt werden. Doch ihre Herstellung ist äusserst komplex. Visumsvignetten müssen absolut fälschungssicher sein – schliesslich erlauben Schengen-Visa Nicht­europäern, sich schrankenlos auf dem ganzen Kontinent zu bewegen. Rund 600’000 Stück pro Jahr braucht der Bund.

Nur eine Handvoll Firmen hat die Technologie, solche Dokumente herzustellen. Zum Beispiel Orell Füssli Security Printing, die bisher die Schweizer Schengen-Visumsvignetten druckte.

Doch das ist vorbei! Der Bund hat den öffentlich ausgeschriebenen Auftrag „Produktion Schweizer Visumsvignetten Schengen 2017» neu vergeben – an die litauische Firma Garsu Pasaulis. Sie darf die Hochsicherheitsaufkleber bis 2020 für die Schweiz produzieren – mit Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre. Das geht aus Simap, dem System für öffentliche Ausschreibungen, hervor.

Hauptkriterium ist der Preis

Die in der Hauptstadt Vilnius beheimatete Druckspezialistin konnte offenbar mit tiefen Kosten fünf Konkurrenten ausstechen. Sie verlangt 40 Rappen pro Stück. Der Preis war in den Zuschlagskriterien gleich wichtig wie alle anderen Kriterien zusammen.

„Ausschlaggebend ist der günstige Preis sowie die sehr gute Erfüllung der restlichen Kriterien», heisst es in den Unterlagen des Bundes. Garsu Pasaulis stellt Drucksachen für den litauischen Staat, aber auch ausländische Behörden her, wie ihrer Webseite zu entnehmen ist. Orell Füssli, die unter anderem die Schweizer Banknoten druckt, wollte auf Anfrage von SonntagsBlick keine Stellung nehmen.

Ist es nicht fahrlässig, einen so heiklen Auftrag ins Ausland zu vergeben? Das Bundesamt für Bauten und Logistik, das die Ausschreibung durchführte, will sich nicht äussern, bis die Beschwerdefrist abgelaufen ist.

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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