Ein Wirtschaftsprofessor hat eine erstaunliche Erklärung, warum Deutschland an der Zukunft versagt

By Christoph Damm

Peter Bofinger

Der Dieselskandal sorgt weitverbreitet für Diskussionen — jetzt stellt auch deshalb ein Experte das gesamte deutsche Wirtschaftssystem infrage. Die Rede ist von Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fordert er mehr Zentralismus, also mehr staatliche Industriepolitik.

Damit fordert er das genaue Gegenteil der bisherigen Überzeugung von einem freien Wettbewerb. Drei Punkte führt er an, in denen dieses System versagt hat: Die Banker in der Finanzkrise, die das Risiko der faulen Anleihen komplett missachtet oder unterschätzt haben. Auch die deutschen Energiekonzerne kritisiert Bofinger, die solange an Atomkraftwerken festgehalten und andere Forschungen zu erneuerbaren Energien blockiert haben, dass ihnen das Fukushima-Unglück und die damit verbundene, vorzeitige Energiewende massive Probleme bereitete.

Der dritte Punkt ist der aktuelle Dieselskandal in der Autoindustrie. Auch hier haben es die Manager verpasst, sich rechtzeitig um alternative Antriebe zu bemühen und stattdessen die Energie dafür aufgebracht, die etablierten Dieselmotoren mit einer Schummel-Software als vermeintlich sauber dazustellen.

Auktions-Verfahren der Bundesregierung bei Erneuerbaren Energien als positives Beispiel

Ein positives Beispiel, wie eine vom Staat geführte Technologie funktionieren kann, sei bei den Erneuerbaren Energien zu sehen. „Hier ist es dem deutschen Staat durch Subventionen gelungen, eine neue Schlüsseltechnologie auf den Weg zu bringen und dadurch private Innovationen und Investitionen zu stimulieren“, schreibt Bofinger in seinem Gastbeitrag.

Dadurch sei es zu einem Preisverfall bei Solarmodulen und Windkraftanlagen gekommen. Das Auktions-Verfahren, dass die Bundesregierung für die Förderung erneuerbarer Energien einführte, wurde zum Erfolg. Dieses Gesetz wurde zum Vorbild: „176 Staaten fördern heute mit diesem oder ähnlichen Verfahren die Verbreitung von Solar- und Windenergie“, so der Experte.

iPhone-Technologien überwiegend vom Staat in die Wege geleitet

Noch deutlicher wird sein Vorschlag, dem Staat

Source:: Business Insider.de

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