Tödliche Lücke: Retter setzen Einsätze im Mittelmeer aus

By sho

Nach Ärzte ohne Grenzen setzt nun eine weitere NGO ihren Rettungseinsatz im Mittelmeer aus.

Wegen Sicherheitsrisiken im Mittelmeer vor Libyen unterbrechen einige Hilfsorganisationen ihre Missionen zur Rettung von Migranten. Nach der gestrigen Ankündigung von Ärzte ohne Grenzen zog die deutsche Organisation Sea Eye am Sonntag nach. „Grund dafür ist die veränderte Sicherheitslage im westlichen Mittelmeer“, teilte die Regensburger Gruppe mit.

Ärzte ohne Grenzen hatte erklärt, von der zentralen Seenotrettungsleitstelle in Rom (MRCC) eine konkrete Warnung erhalten zu haben. Save the Children prüft nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa einen Stopp ihrer Rettungsmission.

„Immer feindseliger“

„Für NGOs wird das Klima auf dem Mittelmeer immer feindseliger. Das wird eine riesige Lücke in die Such- und Rettungskapazitäten reißen und Menschenleben fordern“, twitterte Ärzte ohne Grenzen. Wie Sea Eye bezog sich die Organisation auf Berichte, wonach libysche Behörden ihre Hoheitsgewässer um eine eigene Such- und Rettungszone ausweiten wollen und diese Ankündigung mit einer expliziten Drohung gegen die humanitären Schiffe verknüpften. „Eine Fortsetzung unserer Rettungsarbeiten ist unter diesen Umständen aktuell nicht möglich. Wir können dies auch gegenüber unseren Crews nicht mehr verantworten“, sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer und warnte: „Wir hinterlassen eine tödliche Lücke im Mittelmeer.“ Dieses Jahr starben bereits mehr als 2400 Menschen auf der Route.

Andere machen weiter

Die spanische Proactiva Open Arms will dagegen weiterretten. „Für uns ändert sich nicht viel im Vergleich zu den vergangenen Wochen“, sagte Riccardo Gatti der Zeitung „La Repubblica“. „Wir werden unsere Rettungseinsätze ohne Pause fortführen.“ Nach Angaben der Organisation war ihr Schiff in der vergangenen Woche im Mittelmeer von der libyschen Küstenwache mit Warnschüssen bedrängt worden. Für Ärzte ohne Grenzen scheint die Sicherheit nicht der einzige Beweggrund zu sein, die Mission der „Vos Prudence“ zu unterbrechen. „Das Problem ist die absurde und rücksichtslose politische Linie der italienischen Regierung und von Europa, um das Migrationsproblem zu lösen“, sagte Stefano Argenziano, der

Source:: Kurier.at – Politik

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