US-Serien: Welt-Rechte und Mond-Preise

By Christoph Silber

580 Millionen investiert ProSiebenSat.1 pro Jahr in Filme und internationale Serien. Rüdiger Böss erklärt, warum.

Bemerkenswerte 580 Millionen investierte die ProSiebenSat.1 Group im Vorjahr in den Nachschub an internationalen Filmen und Serien. Damit bestückt sie ihre Flotte an frei empfangbaren TV-Sendern in Deutschland, Österrreich und der deutschsprachigen Schweiz, Pay-Kanälen und den Streaming-Dienst maxdome. Dafür verantwortlich zeichnet Rüdiger Böss als Executive Vice President Group Programming Acquisitions. Im KURIER-Interview spricht er über die Probleme der US-Studios, neue Konkurrenten, ärgerliche Vorlieben der Journalisten und die Serien-Trends der kommenden TV-Saison.

KURIER: US-Serien sind keine sichere Bank mehr für die großen TV-Sender. Warum ist das so?

Rüdiger Böss: Das Seriengeschäft ist tatsächlich in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Zum einen gibt es sehr viel mehr internationale Serien bzw. neue Staffeln als noch vor fünf Jahren: Damals kamen wir auf etwa 320, heute sind es mit rund 600 fast doppelt so viele. Das Geschäft wird dazu immer nischiger – sowohl vom Angebot als auch von der Nachfrage her. Das liegt zum Teil an den neuen Playern im Markt: Streaming-Anbieter, Pay- aber auch immer mehr Free-TV-Sender. Es gibt allein in Deutschland über 60 frei empfangbare Kanäle. Gleichzeitig sind die Zuschauer aber nicht mehr geworden. Es ist also logisch, dass sich der Marktanteil-Kuchen heute anders verteilt.

Das kann die US-Produzenten nicht freuen?

Die US-Studios haben diese Entwicklung natürlich auch bemerkt und wussten, dass sie etwas ändern müssen. Schließlich wollen ja alle Beteiligten an Produktion und Verwertung Geld verdienen. Nur mit Nischen-Serien, die nicht genug Zuschauer binden, funktioniert das auf Dauer nicht.

Welche Reaktion zeigen die Studios?

Was zuletzt bei den L.A. Screenings zu sehen war, stimmt mich positiv: Das Serien-Angebot ist kleiner geworden, es gab weniger Pilotfolgen als in den vergangenen Jahren. Die Studios legen wieder mehr Augenmerk auf die Qualität der Projekte statt auf Masse. Auch die Erzählform ändert sich

Source:: Kurier.at – Kultur

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