Klettersteige im Allgäu: Nervenkitzel für Schwindelfreie: Balanceakt auf dem Drahtseil

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Endlich bin ich zurück, ganz oben. Von 200 Metern blicke ich auf steil abfallende Wiesen, die Baumgrenze, die schiefergrauen Felsen. Über die Allgäuer Alpen, die mit den Gipfeln Österreichs verschwimmen. Manche Spitzen liegen so hoch, dass die Wolken sie verhüllen. Und alles, was ich fühle, ist Glück. Ein Kribbeln, mit dem sich eine Wärme ausbreitet in meinem Körper bis in die Fingerspitzen – obwohl das Thermometer an der Nebelhornbahn nur herbstliche zwölf Grad misst. Wie konnte ich nur so lange auf dieses Gefühl verzichten?

Bei meinem Vater, in einem Dorf südlich von München, liegt ein Buch im Regal. Es heißt „Münchner Hausberge“ und lagert dort, seit ich denken kann. Jede Bergtour, die meine Eltern mit meiner Schwester und mir gemacht haben, ist dort vermerkt, mit Monat, Jahreszahl und Notizen zur Tour. War sie schwierig, besonders schön, hat sich jemand das Knie aufgeschlagen oder ist auf einem Kuhfladen ausgerutscht? Auf der Seite mit dem Berg Zwiesel steht in der schwer lesbaren Schrift meines Vaters: Erste Bergtour mit Christine, Oktober 1982. Damals war ich vier Jahre alt. Auf Gipfel steigen, am Felsen klettern, Ski fahren. Gehört seit damals alles zu meinem Leben. Eigentlich. Bis ich 2011 rund 800 Kilometer Richtung Norden gezogen bin, nach Hamburg.

Eine zehn Meter hohe Leiter führt auf den Grat

Nun stehe ich am Anfang des Hindelanger Klettersteigs und ziehe den Klettergurt fest. Bergführer Michael Schott begleitet mich auf dieser Tour. Er arbeitet für die Alpinschule Oberstdorf und führt seit mehr als 30 Jahren Menschen in die Berge. „Falsch machen kann man eigentlich nichts, solange man nicht danebentritt“, sagt er.

Der Hindelanger Klettersteig ist einer der längsten und vom Ausblick schönsten in den deutschen Alpen, sagt Schott. Auf einem 8,5 Kilometer langen Grat führt er vom Nebelhorn über mehrere Gipfel bis zum

Source:: Stern – Reise

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