TV-Duelle: Sieben von zehn Wählern waren live dabei

By Christian Böhmer, Klaus Knittelfelder

Die nie da gewesene Flut an TV-Duellen kam bei Sehern und Parteimanagern gut an. Den klassischen Wahlkampf wird die Tour durch die Wiener TV-Studios allerdings so bald nicht ersetzen.

Der Kanzler duelliert sich mit Sebastian Kurz; tags darauf trifft er auf FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache; zwei Tage später kreuzen Kern und Kurz erneut die Klingen – und schließlich gipfelte der TV-Wahlkampf Donnerstag Abend in der Elefantenrunde. Zuletzt verging kaum ein Tag, an dem nicht zumindest ein Spitzenpolitiker im Fernsehen zu beobachten war. Mehr als vierzig (!) TV-Debatten waren es im Wahlkampf insgesamt.

Die Konsequenz: Die Wahlkämpfe der Parteien mussten stark wie nie auf die Auftritte in den Wiener Fernseh-Studios zugeschnitten werden.

Doch entgegen mancher Unkenrufe setzte die drohende Ermattung der Wähler so nicht ein. Im Gegenteil: Bis zuletzt blieben die TV-Quoten auffallend hoch (siehe Grafik).

Im ORF ging man am Donnerstag schon vor der Elefantenrunde von einem Seherkreis von deutlich mehr als fünf Millionen Österreichern aus. Das bedeutet: Sieben von zehn Österreichern haben zumindest eine der ORF-Konfrontationen gesehen.

Nimmt man die Privatsender hinzu – das TV-Duell Kurz gegen Kern auf Puls 4 sahen am Sonntag immerhin 623.000 Menschen – steigt der Wert noch weiter.

Für das Gros der Parteien lässt sich daraus zumindest ein Schluss ableiten: Ungeachtet des Ergebnisses am Sonntag wird und soll es ein derartiges Angebot auch in Zukunft geben.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir im Sommer skeptisch waren, ob die hohe Anzahl an Fernseh-Debatten nicht zu einer gewissen Ermattung der Zuschauer führen wird“, sagt Johannes Vetter, Wahlkampf-Stratege der SPÖ. „Mittlerweile hat sich das Bild aber gedreht, unser Resümee ist ausnahmslos positiv.“

Im Falle der SPÖ hat das wohl damit zu tun, dass man überzeugt ist, Christian Kern – und damit die SPÖ – hätten aufgrund von Kerns Auftritten überdurchschnittlich von den TV-Diskussionen profitiert. In der ÖVP fällt das Resümee einen Deut skeptischer aus: „Wenn man

Source:: Kurier.at – Politik

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