Israel sieht den Iran näher kommen

By Norbert Jessen

Der Konflikt im Nachbarland fügt sich aus Jerusalems Blickwinkel in ein akutes Bedrohungsszenario.

Israel suchte in den vergangenen Jahren Distanz zur Gewalt in seinen Nachbarstaaten. Nur wenn die Gefahr direkt auf israelisch kontrolliertes Gebiet überschwappte oder Waffentransporte aus Syrien zur verfeindeten Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon unterwegs waren, griff Israel ein. Mit Lufteinsätzen und grenznahem Artillerie-Beschuss. Jetzt, mit dem Verschwinden der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), wird für Israels Regierung und Armee das alte Nahost-Axiom wahr: Es kann immer noch schlimmer kommen.

Iranische Waffen und auch Revolutionsgarden stehen an der syrischen wie libanesischen Grenze Israels. Auch aus dem weiter von der islamistischen Hamas beherrschten Gazastreifen drohen iranische Waffen, sind Militär-Berater am Werk. Distanz ist da nur noch schwer zu halten.

Nur fünf Kilometer von den Golan-Höhen und Israels Armee auf den Golan-Höhen entfernt stehen iranische Soldaten. Israel hatte von Russland und den USA gefordert, die schiitisch-iranischen Kräfte in Syrien 50 Kilometer von seinen Grenzen fernzuhalten. Zwar sieht ein im Sommer zwischen Moskau und Washington ausgehandeltes Abkommen den Abzug aller ausländischen Kräfte aus Syrien vor. Jedoch ohne Zeitplan.

Iran an der Grenze

Jetzt melden westliche Geheimdienste statt Abzugsvorbereitungen den Bau eines neuen Stützpunktes in Syrien durch das iranische Militär. Gleich am Stadtrand von Damaskus. Nur 40 Kilometer nordwestlich der israelischen Armee und auf Sichtweite zur jordanischen Grenze. Israel befürchtet, dass See- wie Flughafen folgen sollen. Die Kontrolle iranischer Waffen- Transporte wäre damit so gut wie unmöglich. Was nicht nur Israel, sondern auch alle arabischen Nachbarn als Gefahr verstehen.

Saudi-Arabien wird schon jetzt aus dem Jemen von schiitischen Houthi-Rebellen beschossen. Mit iranischen Waffen, auch Raketen. Der Iran kann nach dem Sieg über den IS verstärkt seine schiitischen Verbündeten mobilisieren: zu Stellvertreterkriegen gegen alle Macht-Konkurrenten in der Region. Vor allem Saudi-Arabien, aber auch Israel.

Libanons Premier Saad Hariri kündigte vergangene Woche seinen Rücktritt in der saudischen Hauptstadt Riad an. Seine Begründung, er

Source:: Kurier.at – Politik

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