„Generation Mitte“: Zukunftsangst im Wohlgefühl

By dpa

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Es gibt 35 Millionen von ihnen in Deutschland. Sie haben Kinder oder Karrieren, oft beides. Sie zahlen Steuern, kümmern sich um Angehörige, sorgen sich um die Zukunft. Wer wissen will, wie es Deutschland geht, fragt die 30- bis 59-Jährigen.

Deren Antwort klingt zunächst erbaulich: Vier von fünf Befragten beschreiben ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut. Für über ein Drittel hat sich das Leben in den letzten fünf Jahren verbessert. Angst vor Arbeitslosigkeit haben weniger als je zuvor. Die „Generation Mitte“, so nennt sie die Versicherungswirtschaft, fühlt sich wohl.

Doch zwischen den Antworten, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Versicherer unter rund 1.000 Menschen erhob, finden sich auch Sorgen. So fürchten fünfzig Prozent, im Alter den Gürtel enger schnallen zu müssen — zwar weniger als im vergangenen Jahr (60 Prozent), aber immer noch jeder Zweite. Jeder Dritte hat Angst, dass sein Einkommen sogar schon bald nicht ausreichen könnte. Und trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs und der niedrigsten Arbeitslosenquote seit dem Mauerfall geben noch immer fast 20 Prozent an, schlechter dazustehen als noch vor fünf Jahren.

Um für eine vernünftige Altersvorsorge zurückzulegen, bliebe bei ihnen schlicht kein Geld übrig, gaben die meisten auch schichtübergreifend an. Immer kürzer wird der Planungshorizont die Zahl der Menschen, die meinen, sie könnten ihre finanzielle Zukunft allerhöchstens fünf Jahre im Voraus planen, steigt seit Jahren stetig an.

Für Mechthild Schrooten von der Hochschule Bremen sind diese Sorgen ein Symptom jahrzehntelanger Nullrunden in der Lohnentwicklung. Erst langsam setze eine Trendwende ein. „Das Problem ist, dass viele Menschen zunehmend das Gefühl haben, dass sie der ungleichen Einkommens- und Vermögensentwicklung ausgeliefert sind und dass sie jederzeit abgehängt werden können“, sagt die Wirtschaftswissenschaftlerin. „Nicht alle partizipieren an diesem Aufschwung in gleichem Maße. Anders ausgedrückt: Wer viel hat, bekommt viel dazu.“

Als Schwäche Deutschlands waren sich die Meisten bei einer Antwort

Source:: Business Insider.de

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