Plasberg, Illner, Will: Die TV-Talks zeigen unfreiwillig, was in der deutschen Politik schief läuft

By Benjamin Reuter

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  • Deutsche Polit-Talkshows haben vor allem eines gemeinsam: Die alten Gäste

  • Das zeigt: Die Anliegen der Jungen werden kaum gehört

Es gibt viele gute Gründe, den Fernseher auf den Sperrmüll zu werfen und sich dafür ein Netflix-Abo zu leisten.

Ein wirklich guter ist der verwelkte Charme, mit der die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland seit Jahren ihre politischen Talkshows inszenieren. Da gleichen sich nicht nur die Gesichter und häufig auch die Positionen. Sondern auch auch die Geburtsjahrgänge.

Talkshows werden in Deutschland von Babyboomern für Babyboomer gemacht. Die reichste Generation, die Deutschland je gesehen hat, bestimmt den politischen Diskurs im Fernsehen.

Maybrit Illner, Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Anne Will – sie alle sind zwischen 1957 und 1967 geboren, stehen also derzeit zwischen ihrem 50. und ihrem 60. Lebensjahr. Etwa um die 60 Jahre alt sind im Schnitt auch ihre Zuschauer.

Jung und Konservativ

Und die Talkgäste?

Bei Maischberger lag der Altersdurchschnitt in der Sendung am 29. November bei 54,2 Jahren, bei Illner am 30. November betrug er 55 Jahre.

Anne Wills Gäste am 3. Dezember waren im Schnitt 57,6 Jahre alt. Und bei Frank Plasberg betrug der Altersdurchschnitt am 4. Dezember 55,2 Jahre.

Es gab in dieser Woche nur zwei Talkgäste, die jünger als 40 waren: Alice Weidel (AfD) und Jens Spahn (CDU). Ob die beiden jedoch als Klassensprecher der jüngeren Bevölkerungshälfte taugen, das sei mal dahingestellt.

Die Perspektive der Jungen fehlt

Dass sich der durchschnittliche deutsche Talkgast mit Riesenschritten dem Rentenalter nähert, erklärt auch gut, warum das Reden über Politik im Fernsehen oft so routiniert daher kommt: Es werden oft jene Argumente ausgetauscht, die sattsam in den ersten zwei Dritteln des Lebens einstudiert wurden.

Was fehlt, das ist die Perspektive derjenigen, die derzeit die größte Last tragen, wenn es um die Folgen von Politik geht. Babyboomer wurden bereits in der vergangenen Legislatur

Source:: The Huffington Post – Germany

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