CVP-Zwist über Mittelalter-Bison: Der Wisent soll in den Kanton Solothurn zurückkehren

By Ruedi Studer

WELSCHENROHR SO –
Im Mittelalter wurde der europäische Bison in der Schweiz ausgerottet. CVP-Nationalrat und Biologe Stefan Müller-Altermatt kämpft für dessen Wiederansiedlung im Solothurner Bezirk Thal. Schon im März will er das Bewilligungsgesuch einreichen. CVP-Kantonsrat und Bio-Bauer Edgar Kupper stellt sich vehement gegen die „Schnapsidee».

Der Schnee taucht die Landschaft in ein sanftes Weiss. Nebelschwaden hängen in den Wäldern. Bio-Bauer Benjamin Brunner (60) steht auf einem Feld, weist mit seiner Hand über die Hänge zum Wald. „Hier können schon dieses Jahr Wisente weiden, wenn wir aus Solothurn grünes Licht erhalten», sagt er mit hoffnungsvollem Blick. Hier, das ist in Welschenrohr im Solothurner Bezirk Thal. Und er, Brunner, würde als erster Wisent-Ranger der Schweiz amten.

Der im Mittelalter ausgerottete europäische Bison soll zurückkehren

Die Rückkehr des im Mittelalter hierzulande ausgerotteten europäischen Bisons ins Thal, in den Jurabogen, in die Schweiz: Diese Vision verfolgt der Verein „Wisent Thal» mit CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (41) an der Spitze. Der Gemeindepräsident von Herbetswil SO hat einst den Naturpark Thal aufgebaut, jetzt will er diesen um eine neue Attraktion bereichern.

Der promovierte Biologe sprüht vor Begeisterung, wenn er vom Projekt erzählt: „Weltweit gibt es nur noch rund 5000 Exemplare. Wir könnten mit der Wiedereinbürgerung einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Tierart vor dem Aussterben zu retten.»

Auch in Sachen Tourismus sieht Müller viel Potenzial. Er spricht von Wirtschaftsförderung, neuen Arbeitsplätzen, geführten Wisent-Touren, Merchandising-Produkten – schlicht von „der perfekten Verbindung von Naturschutz und Tourismus».

Doch in der Bevölkerung sind auch Ängste spürbar. Was etwa, wenn ein Wanderer einem Wisent in freier Natur begegnet? Immerhin sind ausgewachsene Tiere fast zwei Meter hoch und einige Hundert Kilogramm schwer. „Der Wisent ist viel sanftmütiger als eine Mutterkuh», versucht Bauer

Source:: Blick.ch – Schweiz

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