Von wegen schwaches Geschlecht! Armee rekrutiert so viele Frauen wie noch nie

By Fabian Eberhard und Aline Wüst

Noch sind Soldatinnen in der Minderheit. Doch der Militärdienst ist keine Männerdomäne mehr. Experten sprechen bereits von einer Trendwende.

Die Schweizer Armee ist eine Männerbastion. In keinem europäischen Land leisten so wenige Frauen Militärdienst wie hier. Doch neue Zahlen zeigen: Sie lassen sich nicht länger abwimmeln. Im vergangenen Jahr rekrutierte das Militär 250 Soldatinnen. So viele waren es noch nie.

250 Frauen, die freiwillig den Dienst antreten – das sind rund 35 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, fast doppelt so viele wie 2015. Experten deuten die Zahlen als Trendwende. Die Armee schafft es zunehmend, Frauen für den Wehrdienst zu begeistern. Mehr noch: Rund die Hälfte der eingerückten Frauen absolviert eine Kaderausbildung zur Unteroffizierin oder Offizierin.

Tibor Szvircsev Tresch, Dozent für Militärsoziologie an der ETH Zürich, sagt: „Mit den Krisen in Europa, wie beispielsweise in der Ukraine, scheint das Interesse an Sicherheitspolitik auch bei Frauen zu steigen.»
Hinzu komme, dass sich die Armee verstärkt um Rekrutinnen bemüht, etwa an alle volljährigen Frauen eine Einladung für ihren Infotag versendet.

Obligatorischer Infotag für Frauen

Noch sind Frauen in der Schweizer Armee allerdings krass in der Minderheit. Gerade mal 0,7 Prozent aller Dienstleistenden sind weiblichen Geschlechts. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Anteil bei zwölf Prozent, in Schweden bei 18.

Verteidigungsminister Guy Parmelin will das ändern. Sein Plan: Frauen sollen zum Militär-Infotag antreten, und zwar obligatorisch! Der Bundesrat hat die Armee beauftragt, die rechtlichen Grundlagen, den Personalaufwand und die Kosten für eine solche Neuerung abzuklären. Eine Arbeitsgruppe, geleitet von Korpskommandant Daniel Baumgartner, will bereits im kommenden Frühling konkrete Massnahmen vorlegen. Damit auch Frauen zum Armee-Infotag aufgeboten werden können, müsste das Militärgesetz geändert werden.

Noch einen Schritt weiter gehen die kantonalen Militärdirektoren. In einem 2016 publizierten Bericht kritisierten sie das heutige Modell der Dienstpflicht als historisch überholt: „Die Ungleichbehandlung der Geschlechter ist

Source:: Blick.ch – Schweiz

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