ETH-Professor David Gugerli: «Bei Facebook ist schleierhaft, wer wen überwacht»

By Daniel Arnet

ETH-Professor David Gugerli (56) weiss alles über die Geschichte des Computers. Er erklärt, wodurch sich der erste Computer vom Smartphone und der Fichenskandal vom Datenklau im Internet unterscheidet.

SonntagsBLICK: David Gugerli, hat uns die Technik ­verschluckt?
David Gugerli:
Nein, es ist umgekehrt: Wir haben uns in ihr breitgemacht.

Ihr neues Buch heisst „Wie die Welt in den Computer kam». Das klingt so, als würden wir heute in einem Rechner leben.
Oder in vielen. Menschen haben im Laufe der Jahrzehnte alles, was ihnen wichtig war oder Mühe bereitete, in Computer verlegt. Ich erzähle die Geschichte dieser grossen Zügelaktion.

War das ein freiwilliger Umzug in den Computer?
Menschen versprechen sich von Technologien einen Vorteil und setzen sie ein, um die eigene Position zu verbessern. Das ist beim Auto, bei der Küchenmaschine oder beim Computer nicht grundsätzlich ­anders.

Doch viele sehen in Technologien eine reale Gefahr – so warnte der kürzlich verstorbene Physiker Stephen Hawking davor, dass Roboter uns Menschen dereinst ersetzen könnten.
Jede Technik, jede Gesellschaft denkt den Weltuntergang mit. Ob den Menschen immer eine Verbesserung durch Technologie gelingt, ist ungewiss. Es kann auch schiefgehen.

Wie sorgt man dafür, dass ­Computer nur zum Wohl der Menschen eingesetzt werden?
Der Computer dient dem Menschen – man weiss nur nicht welchem. Meine Computergeschichte berücksichtigt diese verschiedenen Interessen.

Welche Instanz entscheidet ­jeweils, wohin es gehen soll?
Ich glaube nicht, dass das jemand bestimmen könnte. Mit welcher ­Begründung?

Gibt es keinen Meister? Dann sind wir der Technik mit ­ihrem Eigenleben ausgeliefert wie Goethes Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.»
Sobald man Technologien einsetzt, stellt sich die Erfahrung ein, dass sich diese verselbständigen.

Auch beim Computer?
Ja, seit etwa 20 Jahren diskutiert man verstärkt darüber, ob Computer autonom werden.

Mit welchen Erkenntnissen?
Dass der Computer eine Kontrolltechnologie mit starkem Eigen­leben ist. Nehmen Sie das Online-Banking – seit gut 40 Jahren gibt es dieses Angebot. Der Kunde kann dort seine

Source:: Blick.ch – Digital

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