Der gefallene Topbanker Pierin Vincenz (62) müsste entschädigt werden: So teuer wäre ein Vincenz-Freispruch

ST.GALLEN/ZÜRICH –
Kann die Staatsanwalt Bankerlegende Pierin Vincenz (62) nichts nachweisen, kostet das den Steuerzahler eine ganze Stange Geld. Vor allem, weil es sich bei Vincenz um einen Promi handelt.

Nach der Hausdurchsuchung in seiner Villa im Appenzellerland am 27. Februar und der Verhaftung sitzt der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz (62) in Untersuchungshaft. Falls es der Staatsanwaltschaft nicht gelingt, ihren Verdacht zu erhärten, kann das den Steuerzahler einiges kosten, wie die „SonntagsZeitung» schreibt.

Im Fall eines Freispruchs hätte Vincenz Anspruch auf eine Entschädigung. Bei der Genugtuung gehe die Justiz im Normalfall von einem Satz von 200 Franken pro Tag aus, sagt der Strafverteidiger Konrad Jeker.

100’000 Franken Anwaltskosten

Doch im Fall von Vincenz sind die Voraussetzungen anders. „Ich könnte mir einen Tagessatz von 2000 Franken vorstellen», sagt Jeker zur SonntagsZeitung. Die Persönlichkeitsverletzung wiege bei einer prominenten Person wie dem Ex-Raiffeisen-Chef schwerer als bei einem anonymen Häftling.

Damit nicht genug: Hinzu kommen die Kosten für seine Anwälte. „Um die 100’000 Franken Anwaltskosten im Monat sind im Fall Vincenz gut möglich», sagt Jeker. „Mindestens einen Teil davon muss bei einem Freispruch der Staat bezahlen.»

Hat er doppelt abkassiert?

Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen Vincenz, Raiffeisen-Urgestein und langjähriger Präsident der Kreditkartengesellschaft Aduno. Auch der frühere Aduno-CEO Beat Stocker (58) sitzt deswegen in U-Haft.

Der Vorwurf: Vincenz soll im Zusammenhang mit Firmenbeteiligungen eigene finanzielle Interessen verfolgt haben. Er bestreitet dies. Für beide Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. (pbe)

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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