Nach blutigen Gaza-Protesten: Streit verschärft sich: Türkei demütigt Israels Botschafter

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Nach den blutigen Gaza-Protesten mit 60 getöteten Palästinensern spitzt sich eine diplomatische Krise zwischen Israel und der Türkei zu. Die türkische Regierung forderte nach dem israelischen Botschafter in Ankara auch den Generalkonsul des Landes in Istanbul zur Ausreise auf. Der israelische Botschafter musste am Istanbuler Flughafen eine Personenkontrolle über sich ergehen lassen. Damit nicht genug, waren Journalisten informiert worden und filmten die Szene, die sich in der Öffentlichkeit abspielte. Vor den Kameras musste der Botschafter seine Schuhe ausziehen. Israel revanchierte sich unverzüglich, indem es einen hochrangigen türkischen Botschaftsmitarbeiter in das Außenministerium einbestellte und sich über den gravierenden Regelverstoß seitens der Türkei im Umgang mit Diplomaten beschwerte. Eingeladene Journalisten filmten, wie der Mann das Außenministerium betrat und ebenfalls kontrolliert wurde.

Montag waren nach Angaben der israelischen Armee im Gazastreifen rund 40.000 Palästinenser an den Grenzzaun zu Israel gekommen. Gewalttätige Demonstranten hätten explosive Gegenstände und Brandbomben auf Soldaten und den Sicherheitszaun geworfen, teilte die Armee mit. Soldaten hätten entsprechend reagiert und das Feuer eröffnet. Nach palästinensischen Angaben töteten die Soldaten 60 Menschen, mehr als 2800 wurden verletzt. Es war damit der blutigste Tag seit dem Gaza-Krieg 2014.

Erinnerung an die Vertreibung der Araber

Im Gazastreifen protestierten die Menschen nicht nur gegen die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, sondern auch gegen eine mehr als zehnjährige Blockade des Küstenstreifens durch Israel und Ägypten. Die Trauer der Palästinenser über die Toten mischte sich am Dienstag, dem Tag der Nakba (Katastrophe), auch mit dem Zorn über die Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Dabei haben israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben erneut zwei Palästinenser getötet.

Das Vorgehen der israelischen Armee löste nicht nur in der Türkei, sondern international scharfe Kritik aus. Die israelischen Botschafter in Belgien und Luxemburg wurden nach Angaben des israelischen Außenministeriums zu Gesprächen

Source:: Stern – Politik

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