Referendum zur Abtreibung in Irland: Todsünde oder Privatsache

By nicholas.bukovec@kurier.at (Nicholas Bukovec)

Das bevorstehende irische Referendum zur Abtreibung spaltet das katholische Land

Was ihre Schwester durchmachen musste, sei keiner Frau zumutbar, klagt Martha Lynch. „Sie wurde schwanger, doch ihr Baby hatte eine fötale Missbildung. In


Irland
durfte sie die Schwangerschaft nicht abbrechen. Sie musste dafür unter großen Mühen nach England reisen.“ Wegen des Schicksals ihrer Schwester wird die Dublinerin am 25. Mai für die Abschaffung des verfassungsrechtlichen Verbots von Abtreibungen in Irland stimmen. Derzeit ist ein Schwangerschaftsabbruch in dem früher streng katholischen Land nur möglich, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Die irische Regierung hielt das für nicht mehr zeitgemäß und setzte das Referendum an.

„Frauen sollen selbst entscheiden können. Das heißt ja nicht, dass man für


Abtreibungen
ist“, betont Martha Lynch. Ähnlich sieht es der Pensionist Liam Curran, der ebenfalls für eine Liberalisierung stimmen wird. „Eine gute Freundin von mir brachte ein Kind mit besonders schwerer Form von Down-Syndrom zur Welt. Die folgenden Jahre gingen sie und ihr Mann durch die Hölle. Menschen sollten selbst bestimmen können, ob sie sich in eine solche Situation begeben wollen oder nicht.“

Befürchtungen

Dem widerspricht


Lorraine Kingston
aus dem Vorort Swords. „Mein Neffe hat Down-Syndrom. Er ist eine unglaubliche Bereicherung für die Familie. Wer sind wir, dass wir entscheiden könnten, ob ein solches Leben lebenswert ist oder nicht?“ Auch im Fall einer lebensbedrohlichen Missbildung sollten Abtreibungen verboten bleiben, so Kingston. „Diese Kinder könnten Monate oder Jahre überleben. Auch hier stellt sich die Frage: Wie können wir darüber urteilen, ob ein solches Leben lebenswert ist oder nicht?“

Gegner der Abtreibung in Irland fürchten, was in vielen Ländern

Source:: Kurier.at – Politik

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