Das Immobilien-Paradoxon: Warum viele Deutsche trotz niedriger Zinsen lieber mieten als kaufen

By Christoph Damm

Der Wohnungsmarkt in Metroplen wie Berlin, Düsseldorf und München ist seit Jahren überhitzt

Das Umstände für den Kauf einer Immobilie scheinen perfekt — für Familien und für Banken. Schließlich sind die Zinsen für Baugeld seit Jahren historisch niedrig. Und auch die Banken und Sparkassen freuen sich, weil sie zahlreiche neue, bauwillige Kunden gewinnen. Soweit jedenfalls die Theorie.

Die Fakten sehen jedoch anders aus: Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln sinkt die Zahl der Eigenheim-Erwerber seit Jahren. Kauften 2013 noch etwa 800.000 Haushalte in Deutschland eine Immobilie, waren es 2016 nur noch 600.000. Besonders in den Städten ist der Anteil zurückgegangen. Dort sank die Ersterwerber-Quote von 1,6 auf 1,2 Prozent. In ländlichen Regionen legte sie hingegen von 1,1 auf 1,8 Prozent zu.

Mehr Immobilien-Käufer auf dem Land als in der Stadt

„In den Städten gibt es mittlerweile kaum noch Grundstücke zu erwerben. Zudem ist das Preisniveau auf dem Land niedriger als in Metropolen“, sagt Studienautor und IW-Experte Michael Voigtländer im Gespräch mit Business Insider. Dabei stehen aber nicht die Preise für die Häuser im Mittelpunkt, sondern die Gebühren, die sich nicht über einen langen Zeitraum finanzieren lassen. „Kosten durch die Grunderwerbssteuer oder für Grundbucheintrag, Makler und Notar sorgen dafür, dass Familien ein deutlich höheres Erspartes für den Hauskauf benötigen“, sagt Voigtländer.

Klar ist: Günstige Zinsen gibt es nicht ohne entsprechendes Eigenkapital. Inklusive der Gebühren landet eine Familie schnell bei rund 30 Prozent des Kaufpreises, den sie vor einem Kauf zusammen haben muss. „Doch nach unseren Daten haben nur etwa zehn Prozent der Familien ein Erspartes von mehr als 50.000 Euro zur Verfügung“, so Voigtländer. Schnell summieren sich die Gebühren auf Beträge jenseits dieser Grenze und werden für viele Familien damit zur unüberwindbaren Hürde.

Sinkende Immobilien-Preise nicht zu erwarten

Trotz der sinkenden Zahl an Immobilien-Käufern sind niedrigere Preise auf breiter Front auf absehbare Zeit aber nicht zu

Source:: Business Insider.de

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