Geldpolitik: Ende der Geldflut in Sicht

EZB-Chef Mario Draghi leitet das Ende der Geldschwemme ein. Eine Zinserhöhung kommt aber erst 2019. (Archiv)

Frankfurt/Riga – Nach Jahren im Krisenmodus läutet die Europäische Zentralbank (EZB) trotz unsicherer Aussichten für die Konjunktur das Ende der Geldschwemme ein. Bis die Zinsen wieder steigen, wird es allerdings noch dauern.

Sparer müssen allerdings noch bis mindestens Sommer 2019 mit dem Zinstief leben. Das machten die Währungshüter nach ihrer auswärtigen Sitzung am Donnerstag in der lettischen Hauptstadt Riga deutlich.

Zunächst will die EZB die Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen vorsichtig abschmelzen. Derzeit pumpt die Notenbank pro Monat 30 Milliarden Euro in den Markt. Dabei soll es bis einschliesslich September bleiben. Sollte sich die Inflation weiterhin wie zuletzt entwickeln, will die Notenbank von Oktober bis einschliesslich Dezember monatlich noch 15 Milliarden Euro in Wertpapiere stecken.

„Es ist sehr zu begrüssen, dass das Kaufprogramm der EZB beendet wird», lobte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik.» Der Dax drehte nach Bekanntgabe der EZB-Entscheidung ins Plus.

Eine Hintertür lässt sich die Notenbank jedoch offen. EZB-Präsident Mario Draghi betonte: „Der EZB-Rat ist in jedem Fall bereit, alle seine Instrumente angemessen anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation weiterhin nachhaltig in Richtung des Inflationsziels des EZB-Rats bewegt.»

Unabhängig davon wird die Notenbank auf bislang noch unbestimmte Zeit ein grosser Spieler am Anleihenmarkt sein: Gelder aus auslaufenden Papieren werden wieder investiert. Seit Beginn des Kaufprogramms im März 2015 hat die Notenbank Wertpapiere im Gesamtwert von gut 2,4 Billionen Euro erworben. Das viele billige Geld soll der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge helfen und zugleich die Teuerung anheizen.

Mittelfristig strebt die EZB Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das könnte die Konjunktur abwürgen.

Im Mai stieg die Jahresinflationsrate

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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