Mindestsicherung: Bezieher häufiger krank oder behindert

58 Prozent beklagen chronische Krankheit, ein Viertel Behinderung, außerdem höhere Wohnkosten, aber schlechtere Wohnbedingungen.

Wer
Mindestsicherung
bezieht, ist überdurchschnittlich oft chronisch krank oder behindert. Das geht aus Zahlen einer EU-Sozialstudie hervor, die der APA vorliegen. Demnach bezeichnet sich ein Viertel der Bezieher als durch eine Behinderung stark beeinträchtigt, ohne Mindestsicherung sind es nur sechs Prozent. Die Armutskonferenz fordert die Regierung auf, die Ergebnisse bei der Reform der Mindestsicherung zu berücksichtigen.

Die Zahlen basieren auf einer von der Statistik Austria für das Sozialministerium durchgeführten Sonderauswertung der EU-Sozialstudie SILC der vergangenen drei Jahre. Demnach bezeichnet sich mehr als die Hälfte der Mindestsicherungs-Bezieher (58 Prozent) als chronisch krank, ohne Mindestsicherung ist es nur ein Drittel (32 Prozent). Je ein Viertel beklagt außerdem eine mehrfache gesundheitliche Beeinträchtigung oder eine
Behinderung
– vier Mal so viel wie im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (je sechs Prozent).

Stärkerer Druck auf Mindestsicherungsbezieher

Die Armutskonferenz befürchtet, dass behinderte Mindestsicherungsbezieher durch die Reformpläne der Regierung weiter unter Druck kommen könnten. Schon jetzt müsse in den meisten Ländern die Mindestsicherung ein finanzielles Existenzminimum für Menschen mit erheblicher Behinderung sichern, wenn sie in Privathaushalten leben. Auf deren besondere Bedürfnisse habe die Mindestsicherung aber keine Antwort, kritisiert der Sozialexperte der Diakonie,
Martin Schenk
. Sollten bei der geplanten Vereinheitlichung die etwa in Wien derzeit möglichen Sonderzahlungen für Behinderte wegfallen und Zusatzzahlungen für Wohnbedarf nur bei Alleinerzieherinnen zulässig sein, bedeute das massive Verschlechterungen.

Apropos Wohnbedarf: Der Umfrage zufolge leben Haushalte mit Mindestsicherung in schlechteren Wohnungen als der Durchschnitt, haben aber trotzdem höhere Wohnkosten pro Quadratmeter. Die Differenz beträgt je nach Gemeindegröße zwischen ein und zwei Euro pro Quadratmeter. Feuchtigkeit, Fäulnis oder

Source:: Kurier.at – Politik

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