Überraschend klarer Beschluss: EZB will Anleihekäufe beenden

Auf dieses Signal der großen Notenbanken haben deutsche Sparer seit Jahren oder sogar über einem Jahrzehnt gewartet: In den USA erhöht die Fed ihren Leitzins ein weiteres Mal um einen Viertelprozentpunkt auf immerhin nun 1,75 bis 2,00 Prozent. In Europa stellt die Europäische Zentralbank (EZB) deutlicher denn je klar, dass sie in absehbarer Zeit den geldpolitischen Ausnahmezustand beenden möchte.

In einer Sitzung in der lettischen Hauptstadt Riga bereitete sie das Ende der umstrittenen Anleihekäufe vor, mit dem sie seit 2015 in der Währungsunion die Renditen künstlich niedrig hält. Von Oktober an will sie das Volumen dieser Eingriffe von derzeit 30 Milliarden Euro pro Monat halbieren. Im Dezember soll das Programm auslaufen.

Sparer müssen Geduld aufbringen

Zwar ließ sich der EZB-Rat ein Hintertürchen offen, um bei einer erneuten Konjunktureintrübung flexibel reagieren zu können. Dennoch gilt der überraschend frühere und klare Beschluss als Zeichen für den Willen der Geldpolitiker, trotz aller Unsicherheiten nach und nach zur Normalität zurück zu kehren. Allerdings müssen Sparer Geduld aufbringen, weil dies erst der Beginn einer Kehrtwende ist. Umgekehrt können Immobilienkäufer noch für längere Zeit mit günstigen Konditionen rechnen.

Auch für sie dürfte die Ära des billigen Geldes nur sehr allmählich auslaufen. Ihren Leitzins beließ die Notenbank bei null Prozent und sie betonte, dass sie eine Erhöhung frühestens Mitte nächsten Jahres für möglich hält. Geschäftsbanken müssen weiter eine Strafgebühr von 0,4 Prozent an die EZB abführen, wenn sie über Nacht Geld bei ihr parken. Zuletzt waren an den Finanzmärkten die Renditen hierzulande vorübergehend sogar wieder gesunken, weil Anleger aus Angst vor einer politischen Krise in Italien ihr Geld nach Deutschland brachten.

Zugeständnis an Kritiker

Den Wandel in seinem Weltbild dokumentierte Draghi in der Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung. Dort beschrieb er die wirtschaftliche Lage der Währungsunion freundlicher als gewohnt. Vor allem sprach…Lesen Sie den ganzen Artikel bei mz-web

Source:: MZ – Wirtschaft

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