M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: Grindels Werk und Seehofers Beitrag – vom Ende eines Sommermärchens

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Dass Sport und Politik kaum zu trennen sind, haben uns die letzten Wochen hinlänglich und mitunter schmerzhaft bewiesen. Deshalb, auch und überhaupt gleich einmal vorweg: Es ist WM- Finale. Und Deutschland ist nicht dabei. Glücklicherweise.

Zum einen, weil es uns erspart geblieben ist, von Mannschaften wie Frankreich oder Kroatien vor aller Öffentlichkeit demontiert zu werden. Zum anderen, weil es uns nicht erspart geblieben ist, dass ranghohe Beamte als Repräsentanten Deutschlands den Ruf dieses Landes demontiert haben. War 2006 ein Sommermärchen, das uns weltweit sympathisch und nahbar gemacht hat, ist 2018 ziemlich genau das Gegenteil davon. Oder um im Märchenjargon zu bleiben: Der Prinz ist wieder Frosch, und er hat viele Gesichter. Keines davon ist schön.

Nehmen wir Reinhard Grindel, dessen schonungslose Aufarbeitung der wahrlich nicht schönen Weltmeisterschaft wie folgt ausgesehen hat: Bei der Analyse muss sich jeder selber kritisch hinterfragen. Dabei darf man nicht die Schuld bei Einzelnen suchen. Außer bei Mesut Özil, natürlich. Oder wie Armin Laschet es ausdrückt: „Auf die Idee, dass ein Foto mit Erdogan an der Niederlage gegen den Fußball-Giganten Südkorea Schuld sein soll, können auch nur DFB-Funktionäre nach drei Wochen Nachdenken kommen.“

Spätestens, wenn Armin Laschet (!) auf deine Kosten ein Gag gelingt, weißt du: Du hast echt ein Problem. Klar, man könnte auf die Idee kommen, dass man zu heftig an der Kommerzschraube gedreht, zu lange auf ein falsches System gesetzt, dummerweise auf den klassischen Neuner verzichtet, zu viele systemkonforme Spieler herangezogen, den Laden einfach nicht im Griff oder schlichtweg: Pech gehabt hat.

Özil sagt nichts – vielleicht auch besser so

Stattdessen fordert der angeknockte DFB-Präsident in bestem Bernd-Stromberg-Whataboutism eine Erklärung des notorisch unterdeutschten Nationalspielers. Als wären die letzten öffentlichen Ausführungen von Bierhoff und ihm selbst Ansporn, es ihm gleichzutun. Und überhaupt:

Source:: Stern – Kultur

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