„Haben versucht, mich systematisch fertigzumachen“: Aldi-Nord-Mitarbeiter klagen über Mobbing rund um neue Verträge

By Business Insider Deutschland

Aldi Nord

Aldi Nord versucht derzeit, bei den über 36.000 Mitarbeitern neue Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen durchzusetzen. Um das zu erreichen, versprach der Konzern den Angestellten, die lang geforderte elektronische Zeiterfassung einzuführen, wenn 90 Prozent der Mitarbeiter unterschreiben.

Ein nettes Angebot. Auf den ersten Blick. Denn die neuen Verträge, von denen dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ ein Exemplar vorliegt, bieten zum Teil schlechtere Konditionen für die Mitarbeiter.

Weil sich mehrere Filialleiter und Betriebsräte gegen die neuen Verträge aussprachen, soll der Konzern diese Mitarbeiter systematisch benachteiligt, gemobbt und schikaniert haben, berichteten die Betroffenen dem „Spiegel“.

Drohungen und Mehrarbeit bei Aldi Nord

Carolin Matzke, eine Filialleiterin aus Nordrhein-Westfalen, hätte etwa unangekündigte Kontrollen, unbestellte und beschädigte Ware und mehrere Zusatzaufgaben erhalten innerhalb kürzester Zeit. Sie hatte sich zuvor geweigert, den neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben.

„Sie haben versucht, mich systematisch fertigzumachen“, sagte Matzke dem „Spiegel“.

Der seit 18 Jahren im Unternehmen tätigen Frau wäre sogar eine Kündigung nahegelegt und eine Abfindung von 70.000 versprochen worden.

Aldi-Nord-Betriebsräte berichten, dass Konzernmanager ihnen gedroht hätten, Filialen zu verkaufen, Fuhrparks auszugliedern oder Standorte zu schließen.

„Aldi Nord jongliert seit Jahren mit existenziellen Ängsten, um die Betriebsräte kleinzumachen“, sagte Uli Kring, ein Kraftfahrer bei Aldi, der einer von nur noch zwei Betriebsratschefs des Discounters, die sich gegen den neuen Vertrag aussprechen.

„Die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen widersprechen Gesetz und Tarif“

Die neuen Verträge sehen vor, dass Verkäufer flexibel zur Arbeit gerufen werden und Überstunden ohne Genehmigung des Betriebsrats gefordert werden können. Der Discounter fordert von Filialleitern 2,5 Stunden Mehrarbeit pro Woche und laut Betriebsvereinbarung könnte mehr gefordert werden für „nicht vorhersehbare Fälle“. Dieser Abschnitt, kritisieren die Aldi-Nord-Mitarbeiter, umfasse allerdings auch Aufgaben, die jede Woche anfallen, wie der Aufbau von Aktionsartikeln. Außerdem kann von den Mitarbeitern verlangt werden, zwischen 4 Uhr morgens und 23 Uhr abends einsatzbereit zu sein.

Für Verkaufsleiter soll keine Teilzeit mehr möglich sein.

„Die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen widersprechen Gesetz und Tarif“,

Source:: Business Insider.de

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