Stromer, Köche und Coiffeusen gesucht: Bei Lehrbeginn sind 7500 Stellen offen

By Julia Fritsche

ZÜRICH –
Es gilt ernst für die neuste Lehrlingsgeneration. Jetzt dürfen sie zeigen, was sie können. Beweisen müssen sich auch die Unternehmen, wenn sie bei der Jagd auf Talente Erfolg haben wollen. Denn Lehrlinge sind Mangelware.

In den Berufsalltag eintauchen und den Ernst des Lebens kennenlernen: In diesen Tagen strömen Zehntausende Lehrlinge zum ersten Mal in ihre Lehrbetriebe. Es könnten aber bedeutend mehr sein. Denn aktuell sind noch 7500 Lehrstellen offen. Das zeigt eine Auswertung, die die Lehrstellenplattform Yousty für BLICK vorgenommen hat. Im letzten Jahr waren Anfang August 7000 Lehrstellen unbesetzt, sagt Yousty-Sprecherin Domenica Mauch.

Die meisten offenen Lehrstellen gibt es bei den Elektroinstallateuren: Mitte Juli hatten Firmen noch gut 500 freie Ausbildungsplätze. Auch bei den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) bleiben Lehrstellen unbesetzt. In den Berufen Elektroinstallateur und Montageelektriker starten 42 Lernende Anfang August ins Berufsleben, sechs mehr hätten es sein sollen.

Lehre ist nicht gut genug

„Handwerksberufe liegen derzeit nicht im Trend», sagt CKW-Sprecher Marcel Schmid. Schmid glaubt, dass es auch ein gesellschaftliches Thema ist: „Eltern halten eine handwerkliche Grundausbildung für nicht gut genug.» Die Erfahrung zeige aber, dass insbesondere die Ausbildung zum Elektroinstallateur eine sehr gute Grundausbildung mit vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten sei.

Nur müssen das auch die zukünftigen Berufsleute erkennen. Dafür nehmen CKW und andere viel Aufwand in Kauf: An Berufsmessen, örtlichen Lehrstellenparcours, dem Nationalen Zukunftstag, Sponsoring-Events und über soziale Medien wie Facebook wirbt das Unternehmen um Lehrlinge.

Buhlen um die Besten

Gute Werbung brauchen auch Anbieter von Kochlehren. Kurz vor dem Lehrstart wurden bei Yousty noch 388 zukünftige Köche gesucht. Alle Stellen konnte dagegen das Gastrounternehmen Bindella besetzen: Drei junge Berufsleute starten dieser Tage ihre Lehre. In den vergangenen zwei Jahren waren es noch sechs und sieben.

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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