Der Hoffnungsträger heisst Guy Lachappelle: Das muss der Neue bei Raiffeisen anpacken

By Konrad Staehelin und Patrik Berger

ST. GALLEN –
Die gebeutelte Raiffeisenbank hat mit dem Basler Guy Lachappelle (57) einen Kandidaten für den VR-Präsidenten-Sessel. Nach den Versäumnissen des Gremiums in den letzten Jahren muss dieser aufräumen. BLICK zeigt, wo er anfangen muss.

Die Hoffnungen, die Raiffeisen zur alten Unscheinbarkeit zurückzuführen, lasten schwer: Guy Lachappelle (57) heisst der offizielle Kandidat, der den Raiffeisen-Delegierten am 10. November zur Wahl als Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen wird.

Er kommt von der Basler Kantonalbank und wird aufputzen müssen, was Vor-Vorgänger Johannes Rüegg-Stürm mitverursacht hat, indem er Langzeit-Raiffeisen-König Pierin Vincenz (62) nach Belieben hat schalten und walten lassen. „Nicht nur alles abnicken, kritisch sein», tönt es an der Basis. „Es muss einer sein, der öffentlich hinsteht und Rückgrat beweist.»

So weit, so normal. Würde man meinen. Doch bei der Raiffeisen-Bank scheint der gesamte VR jahrelang kaum Rückgrat gehabt zu haben, wie die Untersuchung durch die Finanzmarktaufsicht (Finma) gezeigt hat.

Was der neue starke Mann bei Raiffeisen neben dem Selbstverständlichen auch noch tun muss:

Ruhe reinbringen: Noch während Vincenz aus der Bauernbank einen Misch(el?)-Konzern mit zig Beteiligungen und Töchtern machte, zeichnete sich die eigentliche Arbeit der Raiffeisenbanken in den Regionen durch ihre Beständigkeit aus. Solides Banking nahe am Kunden ohne grosse Sprünge. Seit der Laden in die Luft ging, stimmen die Zahlen zwar immer noch. Doch der Lärm aus der St. Galler Zentrale – beziehungsweise der vernichtende Finma-Bericht – hat das Vertrauen beschädigt. So doll, dass die Ratingagentur Moody’s das langfristige Kreditrating der Bank runtergestuft hat. Nur wenn die Bank zur Ruhe und einer Corporate Governance zurückfindet, die den Namen verdient, kommt das Vertrauen zurück.

Weg mit den letzten Altlasten: Je schneller die Überbleibsel der Ära Vincenz weggekehrt sind, desto besser für Raiffeisen.

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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