Thun sagte einst Bürki ab: Wie sieht man das Talent eines Goalies, Zubi?

By Pascal Zuberbühler

Der FC Thun gab BVB-Goalie Roman Bürki vor Jahren einen Korb. Ex-Nati-Hüter Pascal Zuberbühler liefert einen Erklärungsansatz.

Das Talent des damals 14-jährigen Roman Bürki ist bei den Junioren-Trainern des FC Thun noch nicht erkannt worden. Ich möchte die Verantwortlichen von damals deshalb nicht als Blinde abstempeln. Vielleicht war der junge Bürki noch nicht so explosiv und aggressiv wie heute.

Aber dass Romans Vater Martin, ein im positiven Sinne verrückter Typ, ihn danach zum Probetraining bei YB gezwungen hat, war wohl der entscheidende Schritt: Roman ist damals wohl aus seinem Schneckenhaus gekrochen und ist durchgestartet.

Das Talent ist heute nicht mehr das Wichtigste. Wenn ein junger Goalie Talent mitbringt, ist dies super. Aber Talent allein nützt nichts, wenn nicht auch die Einstellung stimmt. Ich sage das nicht wegen meiner Karriere. Ich brauchte auf meinem Weg vom FC Frauenfeld in die Nati auch eine einwandfreie Einstellung und viel, viel Arbeit.

Auch heute noch macht ein „Gesunder» mit guten Voraussetzungen eher Karriere als einer, der nur auf sein Talent vertraut.

Roman fiel mir 2011 erstmals auf, ich arbeitete damals gerade frisch bei YB. Er spielte neu bei GC. Schon damals hat man gesehen, was er für ein Potential besitzt, die Explosivität ist auch heute eine seiner grossen Stärken. Roman nimmt sehr viel Risiko. Ich liebe Goalies, die viel riskieren. Natürlich kann dabei auch mal etwas schief gehen. Roman ist aber klar einer, der einen Match reissen kann.

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Pascal Zuberbühler (47), 51-facher Internationaler, arbeitet heute als Goalie-Trainer-Spezialist bei der Fifa.

Source:: Blick.ch – Sport

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