Was der Umbau der Kassen bringen soll

By daniela.kittner@kurier.at (Daniela Kittner)

Die Kassen vertreiben ihre Kunden in Ambulanzen und zu privaten Wahlärzten. Mit der Fusion kommt Bewegung in das schwerfällige System.

Was bringt die


Kassenreform
den Patienten? Sind die Regierungspläne für die Versicherten gut oder schlecht?

Ein Faktum ist, dass das bestehende öffentliche Arztpraxen-System zu wünschen übrig lässt. Und zwar für die Patienten und für die Mediziner. Hatten sich früher noch 20 Mediziner für eine Kassenstelle beworben, sind es heute nur noch drei oder vier (was die Qualität senkt), und immer öfter gar keiner mehr.

Die Patienten frequentieren in Scharen Spitalsambulanzen oder, wer sich’s leisten kann, Wahlärzte. Die Zahl der Wahlärzte hat von 2005 bis 2015 um 43 Prozent zugenommen, Tendenz steigend. Im niedergelassenen Bereich stehen gut 7000 Kassenärzten mehr als 10.000 Wahlärzten gegenüber. Das Schreckensszenario der „Bankomatkarte statt eCard“, das die


SPÖ
als Folge der Kassenfusion an die Wand malt, ist längst Realität: Immer mehr Patienten konsultieren einen Privatarzt, dessen Kosten sie nur zum Teil von der Kasse ersetzt bekommen und zum Teil selbst tragen müssen.

System in Verruf

Lange Wartezeiten, unattraktive Öffnungszeiten und ein Zeit fressender Spießrutenlauf durch Labors und Facharzttermine hat das herkömmliche System der Arztpraxen in Verruf gebracht.

Die selbstverwalteten Kassen, die eigentlich die Interessen der Versicherten wahrnehmen sollten, haben diese negative Entwicklung teils selbst befördert. Der niedergelassene Bereich sollte nicht allzu attraktiv sein, denn jeder Patient, den man in die Spitalsambulanz vertrieb, sparte der Kasse Geld und leitete Kosten auf die Bundesländer (= Steuerzahler) um. Man könnte sagen: Die Kassen haben absichtlich ihre Kunden durch schlechtes Service verscheucht.

Seit sich herumgesprochen hat, dass es volkswirtschaftlich am teuersten kommt, Patientenströme in Spitäler zu lenken, wird versucht, die Entwicklung wieder einzufangen. Gesundheitszentren, Gruppenpraxen, „Zielsteuerung“ zwischen Spitälern und Arztpraxen lauten die neuen Zauberwörter.

Nur, so einfach ist es nicht,

Source:: Kurier.at – Politik

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