Hauseigentümer-Chef Gmür wird Pfarrer: «Ich bin ein grosser Schnurri»

By Christian Kolbe

ZÜRICH –
Das Poltern hat ein Ende: Ansgar Gmür geht als Direktor des HEV in Pension – aber nicht in den Ruhestand, sondern an die Uni. Gmür will Pfarrer werden, eine weitere Mission erfüllen. Was ihn antreibt, darüber hat er mit BLICK gesprochen.

Die Hauseigentümer verlieren ihren Schutzpatron. Freitag war der letzte Arbeitstag von Ansgar Gmür (64) als Direktor des Hauseigentümerverbandes (HEV) Schweiz. In fast zwei Jahrzehnten (ab Mai 2000) an der Spitze hat Gmür den Verband zu einer der mächtigsten Lobby-Organisationen des Landes gemacht. Seine Schlachten mit dem Mieterverband sind legendär. Wer als Journalist den Fehler machte, nur die Perspektive der Mieter – die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung – zu berücksichtigen, der erhielt umgehend einen aufgeregten Anruf von ihm.

Uni statt Ruhestand

Mit rhetorischem Geschick gesegnet und missionarischem Eifer gelang es Gmür, die Anliegen der Hauseigentümer tief im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Doch ein Getriebener wie er geht nicht in den Ruhestand – sondern an die Uni. Der ehemalige Katholik, der sich zeitweise von der Kirche, aber nie von Gott abgewandt hat, wie er sagt, will reformierter Pfarrer werden. Und drückt ab Montag in Vollzeit mit Studenten, die vom Alter her seine Kinder sein könnten, wieder die Schulbank: an der theologischen Fakultät der Universität Zürich im Zürcher Grossmünster. Die Fächer Althebräisch und Altgriechisch hat er bereits abgeschlossen, auch wenn ihm das Pauken der Vokabeln enorm schwergefallen sei.

Bekannt wie ein bunter Hund

Kurz vor dem Semesterbeginn trifft BLICK Gmür im Schatten des Grossmünsters in der Zürcher Altstadt. Auch hier ist der schillernde Ex-Lobbyist bereits bekannt wie ein bunter Hund. Ständig wird das Gespräch unterbrochen: Ein Mitstudent ermuntert ihn, sich nicht so strikt an die Ratschläge des Seminars zu halten, auch das eine oder

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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