Ein uraltes Virus, das längst für tot erklärt wurde, breitet sich aus — und Ärzte sind alarmiert

By Jeremy Berke

htlv1

Ein uraltes Virus, das dem HIV sehr ähnlich ist, verbreitet sich im australischen „Northern Territory“, und Ärzte schlagen Alarm.

Das Virus, auch Humanes T-Zell-Leukämie-Virus 1 oder HTLV-1 genannt, hat bereits 40 Prozent der Erwachsenen in einigen Teilen Australiens infiziert. Besonders stark betroffen sind Gruppen australischer Ureinwohner nahe der Stadt Alice Springs, wie CNN berichtet.

HTLV-1 kann unter anderem Leukämie und Lymphdrüsenkrebs verursachen. Es gehört zu einer Gruppe von kanzerogenen Viren, die weltweit für zehn bis 15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich sind. In vieler Hinsicht gleicht es dem wesentlich bekannteren HI-Virus, aber es gibt kaum Erkenntnisse zu der Frage, wie HTLV-1 geheilt oder zerstört werden kann. Sowohl HTLV-1 als auch HIV sind sexuell übertragbar und greifen das Immunsystem an. Im Allgemeinen ist HTLV-1 aber schwerer übertragbar als HIV. Einige Ärzte vermuten, dass ihm deshalb weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Niemand versucht, das Virus zu bekämpfen

„Ich wüsste nicht, dass schon einmal irgendjemand auf der Welt versucht hätte, dieses Virus zu bekämpfen“, sagt Robert Gallo, Direktor des Instituts für Humanvirologie an der medizinischen Fakultät der University of Maryland. Gallos Labor war 1979 das erste, das HTLV-1 nachwies.

„Es gibt so gut wie keine Bemühungen, einen Impfstoff zu entwickeln, mal abgesehen von ein paar japanischen Forschern“, sagt Gallo.

Das Virus kann sich durch ungeschützten Sex, Kontakt mit Blut — wie bei einer Transfusion — und zwischen stillenden Müttern und Kindern übertragen. Es ist uralt: Die DNA von HTLV-1 wurde in einer 1.500 Jahre alten Mumie entdeckt, die in den Anden in Südamerika gefunden wurde.

HTLV-1 kann auch Bronchiektasen, also irreversible Ausweitungen der Bronchien, sowie Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Myelopathie, eine Schädigung des Rückenmarks, und Myopathie, eine Schädigung der Muskeln, hervorrufen.

Während das Virus in Europa und Nordamerika äußerst selten in Erscheinung tritt, gibt es

Source:: Business Insider.de

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