Franz Morak: „Meine Ehefrau meinte: Es geht sich noch aus“

By thomas.trenkler@kurier.at (Thomas Trenkler )

Er war Schauspieler, New-Wave-Schizo-Punker und Kulturpolitiker. Nun kehrt er zurück – mit seiner ersten Platte seit 25 Jahren.

KURIER: 1993 erschien Ihr letztes Album „Herzstillstand“. Was hat Sie bewogen, mit 72 nochmals in den Ring zu steigen?



Franz Morak
:
Meine Musik hat mich durchs Leben begleitet. Ich wollte die Arbeit abschließen. Meiner Meinung nach hat noch eine fünfte Platte gefehlt. Im letzten Jahrzehnt, seit dem großen Börsencrash, habe ich einige Lieder geschrieben. Nicht alle auf einmal, sondern wenn mir ein schöner Satz auf- oder eingefallen ist, darunter „Kein Mitleid mit den Wölfen“ oder „Die Krokodile des Dow“. Aus der Politik habe zwar ich gelernt, nicht „die letzte Platte“ zu sagen. Aber im Grunde ist es so gemeint.

Ihre Stimme ist weiterhin erstaunlich wandlungsfähig.

Danke. Aber das würde ich nicht unterschreiben. Ich habe lange Zeit nicht gesungen. Da vergammelt die Stimme. Ich musste sie erst wieder auf Vordermann bringen.

Auf „Morak’n’Roll“ sangen Sie: „Ich wär in den Charts so gern die Nummer 1.“ Gilt das noch?

Ein schönes Lied. Ich habe damit vielen Kolleginnen und Kollegen aus der Seele gesprochen, auch wenn sie es nicht zugeben. Aber ich mache keine Teenie-Musik.

Sie rappen sogar – auf „Ratten“ mit Ihrem Sohn Benedikt.

Es gibt in den Städten doppelt so viele Ratten wie Einwohner. Und möglicherweise sind manche Einwohner mancher Städte auch Ratten. Ich wollte das Lied mit vielen Menschen singen: in Tokio, Berlin, Los Angeles, Moskau. Aber der organisatorische Aufwand wäre viel zu groß gewesen. Dann kam ich auf die Idee, den Sohnemann zu fragen. Er hat ja selber eine Band, den PBH Club. Und er hat begeistert mitgemacht. Die

Platte
ist trotzdem eher für Erwachsene.

Die große Fröhlichkeit macht sich ja nicht gerade breit auf

Source:: Kurier.at – Kultur

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