Künstler Hermann J. Painitz verstorben

By michael.huber@kurier.at (Michael Huber)

Als kompromissloser Vertreter analytisch-abstrakter Kunst in Österreich erforschte er die Schönheit der Regelmäßigkeit.

Gefühlsduselei jeder Art war ihm zuwider: Während andere Künstler seiner Generation expressiv den Pinsel schwangen, interessierte sich
Hermann Josef Painitz
für Proportionen und Piktogramme, für Zeichensysteme und Statistiken. Er war damit nicht weniger „österreichisch“ als die Aktionisten oder Maler, die im Kunstbetrieb der 1960er und ’70er ungleich bekannter wurden: Wie der Kunsthistoriker Dieter Bogner schrieb, lässt sich der Strang rationaler Kunst bis zu Josef Hoffmann und weiter zurück ins 19. Jahrhundert verfolgen. Auch Otto Neurath, der mit seiner „Isotype“-Schrift die Grundlage für moderne Piktogramme lieferte, war ein Vorläufer des 1938 geborenen Künstlers. Doch Painitz war radikaler und brachte seine Überzeugungen oft auch in konfrontativer Weise, etwa in angriffigen Manifesten zum Ausdruck: Er war unbequem, widerborstig und in seiner Kompromisslosigkeit zugleich hoch angesehen und respektiert.

Skulptur, Malerei, Konzept

Wie sein Galerist Thomas Mark bekannt gab, ist Painitz bereits am 4. Oktober im 80. Lebensjahr verstorben. Seine letzte umfassende Ausstellung – verbunden mit einer umfassender Aufarbeitung seiner Werke – fand 2014 in
St. Pölten
statt. 2016 war er Würdigungspreisträger des Landes Niederösterreich.

Painitz‘ Arbeiten befinden sich in zahlreichen österreichischen Museen, u.a. dem mumok und dem Lentos Museum Linz. Internationale Auftritte hatte Painitz bereits 1965 auf der
Biennale
von Paris (kürzlich erinnerte eine Schau im Forum Frohner Krems an diese Epoche) sowie auf der Biennale Sao Paulo 1973. Painitz war auch von 1977 – 1983 Präsident der Wiener Secession.

In der generellen Wahrnehmung schaffte es Painitz freilich nicht zu großer Prominenz, wie überhaupt die Wahrnehmung analytisch-abstrakter Kunst in Österreich den tatsächlichen Leistungen

Source:: Kurier.at – Kultur

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