Lüdi zur Wahnsinns-Minute von Brüssel 1982: «Ruft ihr wegen meinem Eigentor an?»

By Max Kern, Brüssel

Der geschlagene Nati-Goalie Erich Burgener scheint die Schrecksekunde von Brüssel verdrängt zu haben. Nicht wie Heinz Lüdi, 1982 Eigentorschütze.

Es gibt Tore, die vergisst ein Schweizer Fan nie. Kubi Türkyilmaz‘ Penalty beim Eröffnungsspiel der Euro 96 zum 1:1 gegen England etwa. Oder Karli Odermatts Bananenball an selber Stelle, ebenfalls zum 1:1 gegen die „Three Lions». Das war 1971. Die älteren Fans sprechen heute noch darüber.

Und da gibts in 791 Länderspielen der A-Nati auch noch ein ganz spezielles Eigentor. Ebenfalls unvergessen. Erzielt im Brüsseler Heysel-Stadion, das seit dem Umbau 1995 den Namen König-Baudouin-Stadion trägt. Dort, wo heute 20.45 Uhr Vladimir Petkovics Team versucht, auch im zweiten Nations-League-Spiel (nach dem 6:0 gegen Island) zu punkten.

Es ist der 6. Oktober 1982. Die Schweiz bestreitet in Brüssel ihr erstes Qualifikationsspiel für die EM 1984. Doch der Traum von der ersten Qualifikation für eine EM platzt schon in der ersten Minute!

Erich Burgener, damals im Schweizer Tor, zu BLICK: „Es war ein Sch…-Goal. Wir starteten die Kampagne schlecht, wie vielfach in dieser Zeit.» 0:3 stehts am Schluss.

Besser erinnern kann sich ein Frührentner auf Ibiza. Heinz Lüdi (60 seit letztem Montag) lebt seit 1996 auf der spanischen Ferien­insel. Am Festnetztelefon, kein Witz, der ehemalige FC-Zürich-Profi besitzt kein Handy, sagt Lüdi: „Ruft ihr wegen meinem Eigentor an?» Na klar.

BLICK schreibt in der Aus­gabe vom 7. Oktober vor 36 Jahren: „Vercauteren schlug den Freistoss in den freien Raum vor das Schweizer Tor. Da war kein Belgier! Da war Lüdi … und der Schweizer Libero düpierte, unbedrängt, Burgener im Tor mit einer Direktabnahme ins eigene hohe Eck!»

„Was wollte ich machen?», sagt der Pechvogel von 1982, „der Ball ging mir ans Schienbein. Und dann einfach rein.» Sein Trauma wird Lüdi, damals unter dem bärtigen Coach Paul Wolfisberg Teil der berüchtigten „Abbruch GmbH» mit Andy Egli, Roger Wehrli und Gianpietro Zappa

Source:: Blick.ch – Sport

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