Die deutsche Ingenieurskunst ist im Wettbewerb mit Apple, Google und Co. zum Scheitern verurteilt

By Panos Meyer, Kontributor

Panos Meyer

Smart Home, Smart Car, Smart Everything — Die Plattform-Giganten aus dem Silicon Valley kappen dank überlegener User Experience in immer mehr Industrien die Verbindung zwischen einstigen Marktführern und ihren Endkunden. Für die Old Economy gilt es sich zu entscheiden, schreibt der Geschäftsführer der Digital-Agentur Cellular, Panos Meyer, im Gastbeitrag bei Business Insider.

Er fragt: Werden wir zu Software-first-Unternehmen, die Kundenerlebnisse bieten, die Google oder Co. in Nichts nachstehen? Oder kooperieren wir mit marktdominanten Plattformen und verzwergen uns zu unsichtbaren Zulieferern in unserer eigenen Industrie?

Häufig ist dieser Tage vom Rückspiel der Digitalisierung zu lesen und davon, dass die deutschen Weltmarktführer hier — anders als beim Rennen um die ersten Plattformökonomien — exzellente Karten auf der Hand halten, um diesmal nicht vom Silicon Valley düpiert zu werden. Doch der Gedanke greift zu kurz. Wer glaubt, dass im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung unserer gesamten Lebensrealität die Karten tatsächlich neu gemischt würden, der irrt gewaltig.

Der Siegeszug von Google, Amazon, Facebook und Co. basierte vor allem auf einem radikal überlegenen Nutzungserlebnis — ein Nutzungserlebnis, das globale Maßstäbe über jede Industriegrenze hinwegsetzt. Wer einmal erlebt hat, wie nutzerfreundlich und intuitiv die Navigation via Google Maps funktioniert, der wird in Zukunft kaum bereit sein, sich auf ein Navigations-Interface mit einer gefühlt fünf Jahre alten UX einzulassen, bloß, weil ein Automobilhersteller die Integration von Apple CarPlay beziehungsweise Google Maps verweigert.

Wer einmal galant per Apple Pay seinen Kaffee bezahlt hat, der wird fortan weniger Verständnis für umständliche Bezahllösungen aufbringen. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortführen, die Sentenz bleibt die gleiche: User Experience ist nicht länger eine möglichst ruckelfreie Abwicklung im Kleinklein des eigenen Produktsilos, sondern eine Größe, die in globalem Maßstab und Vergleich gedacht werden muss.

Hier beginnt das Problem für Made in Germany, für die in Teilen selbstgewisse Kohorte der hochprofitablen Weltmarktführer. Nicht zuletzt aufgrund des gemütlichen Status

Source:: Business Insider.de

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