Diesel-Gipfel: Was auf Autofahrer zukommt – und wieso Experten Alarm schlagen

By dpa / vw / lp

Der Kompromiss zwischen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und den deutschen Autoherstellern in der Dieselkrise vom Donnerstag steht in der Kritik.

Was ausgemacht worden war:

Die Hersteller hatten zugesagt, Angebote für Besitzer älterer Fahrzeuge zu erweitern. Dazu können auch die von den Herstellern skeptisch beurteilten Hardware-Nachrüstungen an Motoren und Abgaseinrichtungen gehören.

Was Kritiker sagen:

Aus Sicht von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter geht das “Tricksen” ungeniert weiter: “Minister Scheuer und die Konzernbosse wollen den betrogenen Dieselbesitzern Neuwagen andrehen und verweigern ihnen die Nachrüstung um weitere Jahre.”

Damit seien viele weitere Fahrverbote in Städten mit dreckiger Luft programmiert.

Klaus Müller, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) sagte: Die Zusagen einiger Hersteller, die Kosten für Hardware-Nachrüstung zu übernehmen, seien längst überfällig gewesen.

“Dass jetzt doch jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht und sogar einige betroffene Dieselbesitzer ganz leer ausgehen, ist nicht vermittelbar.” Betroffenen Dieselbesitzern dürften keine Kosten durch Hardware-Nachrüstung entstehen.

► Aus Sicht von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer entsteht mit der angepeilten Lösung “noch weniger als ein Flickenteppich”.

VW und Daimler machten rund 30 Prozent der Dieselfahrzeuge in Deutschland aus, der Rest bliebe unberücksichtigt, sagte Dudenhöffer dem “Mannheimer Morgen”.

Was die Debatte anheizt:

Am Donnerstag hatte ein Gericht auch für Köln und BonnSperrungen für ältere Diesel angeordnet. In Hamburg gibt es bereits Einschränkungen.

Gerichte hatten Fahrverbote ab 2019 auch für Stuttgart, Berlin oder Frankfurt angeordnet. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte nicht eingehalten, Dieselabgase gelten als ein Hauptverursacher.

Nach den jüngsten Fahrverboten rechnet die Deutsche Umwelthilfe in weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen mit ähnlichen Entscheidungen. In der kommenden Woche befasst sich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen mit einer Klage zu Essen und Gelsenkirchen.

Was noch zu dem Kompromiss gehört:<img

Source:: The Huffington Post – Germany

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