„Flucht der Gehirne“: Erdogans Machtpolitik droht die Türkei um Jahrzehnte zurückzuwerfen

By Business Insider Deutschland

Recep Tayyip Erdogan treibt viele Türken ins Ausland.

Wenn man genau sucht, ist Ilker Birbil noch dort zu finden, wo er eigentlich mal vorhatte zu bleiben. An der Sabanci-Universität bei Istanbul, wo internationale Studenten schon mal 18.000 Dollar im Jahr hinlegen müssen. Birbils Profil wurde zumindest noch nicht von der Homepage heruntergenommen. Dort steht noch immer: „Ich bin seit 2004 Fakultätsmitglied des industriellen Ingenieursprogramm an der Sabanci-Universität.“

In Wirklichkeit stimmt das nicht mehr. In Wirklichkeit ist Birbil nicht mehr in der Türkei. In Wirklichkeit forscht und lehrt der Mathematiker nun an der Erasmus-Universität in Rotterdam in den Niederlanden. Der Grund? Die ungewisse Lage in der Türkei und Recep Tayyip Erdogan.

Erdogan ist Präsident, die Opposition geschwächt

Es ist schwierig geworden für junge, aufstrebende, gut ausgebildete, eher säkulare Türken in ihrer Heimat. Vor allem, wenn sie nicht mit dem türkischen Präsidenten auf einer Linie sind. Wenn sie sich etwa zur liberalen Opposition zählen. Lang ist es her, dass sie meinten, sie könnten etwas bewegen. Im Frühsommer 2013 etwa, als sich Hunderttausende zusammentaten, um dem Staat die Stirn zu bieten, auf dem Gezi-Park. Da dachten sie noch, sie könnten einen Wandel herbeiführen und der Ära Erdogan ein Ende bereiten. Es kam anders.

Fünfeinhalb Jahre später ist Erdogan Präsident und die Opposition geschwächt und zersplittert. Die Wirtschaft taumelt und die Kaufkraft geht zurück. Die Türkei hat sich dem Westen entfremdet und treibt als vermeintliche Großmacht im Nahen und Mittleren Osten ihre ganz eigene Politik. Höchste Zeit zu gehen, denken sich da immer mehr junge, aufstrebende Menschen. Sie verlassen ihre Heimat in Scharen und wagen wie Birbil ihr Glück im Ausland.

Mehr als 250.000 Türken sind 2017 ausgewandert. Das sind noch einmal gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die „New York Times“ kürzlich berichtete. Sie beruft sich auf das Türkische Statistikinstitut. Gut

Source:: Business Insider.de

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