Wanderungsbewegungen: Exodus der Familien: Wie die Wohnungsknappheit die Städte verändert

By Daniel Bakir

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Deutsche Großstädte haben in den vergangenen Jahren einen enormen Bevölkerungsboom erlebt. Während manche Landstriche regelrecht veröden, stiegen die Bevölkerungszahlen in den Städten fast überall stark an. Berlin etwa wuchs zwischen 2012 und 2017 jedes Jahr im Schnitt um 47.500 Einwohner. In Hamburg kamen jährlich 18.700 und in München 15.200 Einwohner dazu. In jüngster Zeit aber lässt sich parallel dazu ein gegenläufiger Trend beobachten: Wegen der massiv gestiegenen Mieten und Immobilienpreise ziehen viele Städter wieder raus ins Umland.

Rein in die Stadt oder raus aufs Land – wohin geht denn nun der Trend? Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat sich dies anhand der vom Statistischen Bundesamt erfassten Wanderungsbewegungen in Deutschland genauer angesehen. Auf den ersten Blick scheint der Stadt-Boom demnach ungebrochen: 63 von 71 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern erzielten im Jahr 2017 (aktuellste Zahlen) ein positives Wanderungssaldo – es zogen also mehr Menschen hinzu als fort. Nur in acht Städten wanderten mehr Menschen ab als zu, darunter in Braunschweig oder Trier.

Trotz dieser vermeintlich eindeutigen Tendenz erkennen die IW-Forscher in Sachen Landflucht eine Trendwende. Denn der positive Wanderungssaldo der Städte resultiert vor allem daraus, dass es Migranten, die neu nach Deutschland kommen, bevorzugt in die Städte zieht.

Immobilienpreise_16UhrDie Städte wachsen und die Städter ziehen raus

Betrachtet man dagegen nur die Binnenwanderung der Bevölkerung mit deutscher Staatsbürgerschaft, ergibt sich ein anderes Bild: Nur noch 14 der 71 Großstädte weisen dann mehr Zuzügler als Abgänge auf, alle übrigen Städte verlieren Einwohner, darunter auch die sieben größten deutschen Städte.

Dies ist keine Momentaufnahme, sondern eine Trendwende, die sich auch im Zeitverlauf gut erkennen lässt: Über einen Zeitraum von zehn Jahren (2003 bis 2013) wuchs die deutsche Bevölkerung in den Städten jedes Jahr

Source:: Stern – Wirtschaft

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