Die Bühne des Terrors: Der Christchurch-Anschlag im Facebook-Live:

By Benjamin Reuter

Es sind Bilder wie aus einem Computerspiel: Zu sehen ist der Lauf eines Maschinengewehrs, gehalten von zwei Händen, gefilmt von einer Helmkamera. Der Zuschauer geht mit demjenigen, der Augenblicke später zum Massenmörder werden wird, auf den Eingang einer Moschee zu. Sieht, wie der Täter beginnt, auf die Betenden zu schiessen.

Minutenlang.

Der Schütze tauscht das Magazin des Gewehrs mehrmals aus. Durchsucht mehrere Räume, um noch mehr Opfer zu finden.

Mindestens , auf Youtube werden täglich Videos in einer Gesamtlänge von über 82 Jahren hochgeladen, auf Twitter erscheinen pro Sekunde 6000 neue Tweets.

Täglich, stündlich, minütlich, sekündlich werden die sozialen Medien mit Unmengen an neuen Inhalten geflutet. Dieser Masse werden auch die Heerscharen an Kontrolleuren nicht Herr, die die großen Plattformen inzwischen beschäftigen.

Youtube-Betreiber Google versprach erst 2017 und nach massiver Kritik 10.000 Kontrolleure einzustellen, um extremistische Videos von der Plattform zu löschen.

Zwar beschäftigt auch Facebook allein in den USA knapp 15.000 Kontrolleure für die Inhalte auf der Webseite. Aber diese sind verantwortlich für die Posts von fast 170 Millionen Nutzern.

Eine Recherche des Online-Magazins “The Verge” deckte zudem unlängst auf, wie miserabel die Facebook-Kontrolleure in den USA bezahlt werden und das ihre Arbeit sie psychisch extrem belastet und verstört. Ähnliches berichtete 2016 das “SZ-Magazin” über die 600 Kontrolleure, die in Deutschland die Posts von nahezu 28 Millionen Nutzern überprüfen sollten.

Wo es unterbezahlte und bis zur Krankheit gestresste Arbeiter nicht richten, verwenden die sozialen Medien Algorithmen, um die Inhalte auf ihren Seiten zu kontrollieren. Diese sollen Copyright-Verstöße, pornographische Inhalte oder Darstellungen brutaler Gewalt ausfindig machen und löschen.

So wurde wahrscheinlich auch das Video von Christchurch von den Plattformen mit sogenannten Hashwerten versehen, um automatisch erkannt und gesperrt zu werden.

Doch die Algorithmen machen Fehler. Sie sperren Videos für Urheberrechtsverletzungen, die keine sind. Sie definieren Bilder

Source:: The Huffington Post – Germany

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.