Warum der Stephansdom weniger gefährdet als Notre-Dame ist

Renovierungsarbeiten sollen zum Brand in Notre-Dame geführt haben. Für das Wiener Wahrzeichen sieht Kardinal Schönborn keine Gefahr.

Es sind verheerende Bilder, die die gesamte Weltöffentlichkeit am Montagabend aus Paris erreichen. „Bilder zum Weinen“, wie Kardinal Christoph Schönborn in der ZiB2 sagt. Schönborn hat als Student selbst in Paris gelebt. Das Feuer habe „das Herz von Paris“ getroffen. Ausgebrochen war der Brand offenbar bei Renovierungsarbeiten.

Bedenken, dass Ähnliches auch dem Wiener Wahrzeichen, das ja ebenfalls stetig renoviert wird, widerfahren könnte, konnte Schönborn aber noch am Abend zerstreuen. Anders als die Notre-Dame, hätte der Stephansdom nämlich keinen hölzernen Dachstuhl mehr.

Während der Dachstuhl der Notre-Dame zum Teil noch aus dem Mittelalter stammt, wurde jener des Stephansdoms nach dem verheerenden Brand von 1945 nämlich gänzlich aus Stahl errichtet.

Heikler Einsatz

Warum es sich bei den Löscharbeiten in Paris, um einen besonders heiklen Einsatz für die Feuerwehr handelt, erklärte der Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, Christian Feiler, am Montagabend gegenüber der APA. „Die Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung sind für einen Laien kaum vorstellbar: Im Dachstuhl solcher Kirchen befinden sich Unmengen von altem, historischem Holz.“ Dieses brenne sehr gut. Noch dazu gebe es keine Brandabsaugung. Das bedeute eine enorme Hitzeentwicklung.

Das Aufbringen von kaltem Wasser auf den sehr stark erhitzten Sand- oder Naturstein wäre fatal, weil es das Gemäuer zum Springen und im Extremfall zumindest schwere Schäden, wenn nicht den Kollaps des Gebäudes auslösen könnte. „Das bedeutet, ich muss sehr treffsicher löschen“, sagte Feiler. Allerdings wisse man oft nicht genau, wo zu löschen ist. Es würde wohl Sinn machen, dass man Teilbereiche des Gebäudes aufgebe und andere zu halten versuche.

Ein Einsatz von Löschflugzeugen oder Hubschraubern

Source:: Kurier.at – Politik

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