TV-Tipp: Die Uhr tickt

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Es ist noch völlig offen, welche Rolle der Franzose Michel Barnier in den Geschichtsbüchern der Zukunft zugestanden wird. Vielleicht bleibt der EU-Verhandlungsführer für das Brexit-Abkommen eine Fußnote. Eine spannende Figur ist er in jedem Fall.

Das sieht auch Alain de Halleux so. Der aus Belgien stammende Filmemacher stellt Barnier in den Mittelpunkt seiner Dokumentation „The clock is ticking», die Arte am Dienstag (16. April) um 20.15 Uhr zeigt.

De Halleux hat Barnier 18 Monate lang begleitet – vom Beginn der Verhandlungen bis zum vorläufigen Scheitern seiner Bemühungen Mitte Januar, als das Parlament in London mit einem klaren Votum von 432 zu 202 Stimmen das zwischen Brüssel und London ausgehandelte Austrittsabkommen ablehnte. Seitdem ist noch viel passiert – aber weiterhin keine Lösung.

Ähnlich wie für Barnier waren es auch für de Halleux 18 stressige Monate. „Ich habe bereits einige sehr komplizierte Dokumentationen verwirklicht», sagte der Filmemacher im Interview mit Arte. „Ich habe bei minus 35 Grad in Nordkanada gedreht, ich war im Inneren des Sarkophags in Tschernobyl, und ich bin nach Fukushima gereist. Doch all diese Abenteuer muten im Vergleich zu diesem Film wie ein Spaziergang an.»

Schon Zugang zur Europäischen Kommission und vor allem zum fünften Stock des Berlaymont-Gebäudes zu bekommen, sei so schwierig gewesen wie ein Dreh im Pentagon. Dort, im fünften Stock des Brüsseler EU-Hochhauses, hat Barnier seine Taskforce versammelt – rund 50 Experten für die Brexit-Verhandlungen. Wahrscheinlich hat niemand von ihnen geahnt, auf was sie sich einlassen, als Barnier zu Beginn der Verhandlungen am 19. Juni 2017 vor die Presse trat. Er höre die Uhr ticken, sagte er damals – das Zitat hat dem Dokumentarfilm seinen Titel gegeben.

Barnier, ein hochgewachsener, älterer Herr mit ergrautem Haar, hat zwei Jahre Zeit, nachdem Theresa May am 29.

Source:: Stern – Kultur

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