Ausbildung in der Gastronomie: Hotelbranche beklagt Lehrlingsmangel

Boom mit Schattenseiten: Die deutsche Hotelbranche ist auf dem Weg zum zehnten Rekordjahr in Folge, neue Hotels sind in Planung, doch es gibt zu wenige Auszubildende.

„Insbesondere in den klassischen Gastronomieberufen wie beispielsweise bei Köchen spüren wir den Rückgang an Interessenten», berichtet Stefan Frank, Hoteldirektor des Steigenberger Airport Hotels in Frankfurt. Noch könne man das Problem mit der eigenen Belegschaft einigermaßen auffangen, doch langfristig müsse man verstärkt nach Wegen suchen, wieder mehr junge Menschen für Berufe in der Hotellerie zu begeistern, sagt Frank.

Doch das dürfte der Branche nach Einschätzungen von Gewerkschaften vor allem wegen der Arbeitsbedingungen schwerfallen. „Insbesondere beim Thema Arbeitszeiten zeigt sich eine dramatische Situation», argumentiert der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler. In einigen Unternehmen sei es üblich, dass Köche zwischen 10 und 14 Stunden am Stück arbeiteten. Überstunden würden zudem selten ausgeglichen. „Der viel beklagte Fachkräftemangel ist hausgemacht», meint Zeitler.

Hinzu kommt: Die Schulabgängerzahlen sinken, und es gibt generell zu wenig Auszubildende, wie ein Sprecher des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) betont. Angesichts einer derart guten Ausgangslage entschieden sich viele junge Leute für andere Ausbildungsberufe.

Allein im vergangenen Jahr blieben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 2242 Azubi-Stellen für Köche unbesetzt. Bei Hotelfachleuten waren es 1610. Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Abbrecherquote. So beendete im Jahr 2017 knapp die Hälfte der angehenden Köche die Ausbildung ohne Abschluss vorzeitig, wie jüngste Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen.

Auf Basis einer Befragung von knapp 15 000 Auszubildenden führt der aktuelle Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hotelfachmann als einen der qualitativ schlechtesten Ausbildungsberufe auf. Kriterien waren unter anderem die Einhaltung des Ausbildungsplanes sowie ausbildungsfremde Tätigkeiten. Mehr als die Hälfte der Azubis im Hotelgewerbe leistet demnach zudem regelmäßig Überstunden. NGG-Chef Zeitler ist überzeugt: „Eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen und der

Source:: Stern – Wirtschaft

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.