Bunter Widerstand: Nazis sind Würste: Wie ein Graffiti-Künstler gegen Faschisten in seiner Stadt kämpft

Widerstand kennt viele Farben und Formen, aber selten ist er so bunt wie bei Cibo: rosa Würste, gelbe Paprika, grüner Basilikum, lila Cupcakes in türkisen Förmchen, so sehen die Mittel aus, mit denen Cibo gegen Faschismus kämpft. Mittel, die er noch viel zu oft einsetzen muss, das zeigt sich schon in seiner Garage, die man seine Einsatzzentrale nennen kann, weil es durchaus Einsätze sind, auf die sich Cibo hier vorbereitet. Sorgsam, sonst kann es auch gefährlich werden.

In der Ecke stapeln sich die Sprühdosen, nach Farben sortiert oder nach Speisen in Kartons verpackt und beschriftet, falls es mal schnell gehen muss: „Peperoncini“, „Kürbis“, „Kastanien“. An der Wand hängen Landkarten mit den Gemeinden San Giovanni Lupatoto, Zevio, Raldon, alles Vororte von Verona. Sie sind das Kerngebiet von Cibo. Schwarze Punkte markieren, wo er schon tätig wurde.

Der Street-Artist Cibo, ausgesprochen „Tschibo“, italienisch für Essen, ist ein drahtiger Mann mit kahlem Kopf, Dreitagebart und kräftigen Unterarmen. Vor vier Jahren hat Cibo, bürgerlich Pier Paolo Spinazzè, 38 Jahre alt, angefangen, Nazischmierereien wie Hakenkreuze, Runen und Hassbotschaften mit Essensbildern zu übersprühen.<a target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer" href="https://www.stern.de/lifestyle/jwd/8662070.html?utm_campaign=lifestyle&utm_medium=rssfeed&utm_source=standard“>Cover_11 Er führt einen Kampf um die Wände, Mauern und Verteilerkästen seiner Heimatprovinz Verona, um den öffentlichen Raum, den er nicht den Rechten überlassen möchte. Sein Kampf hat ihm schon Bedrohungen und Anzeigen eingebrockt, aber er führt ihn selbstbewusst: „Talent zu haben und es nicht einzusetzen ist so, als hätte man einen Flammenwerfer und würde damit Zigaretten anzünden“, sagt Cibo.

Um halb elf Uhr morgens, Cibo hat sich seinen Strohhut aufgesetzt und einen Schal aus rosa Stoffwürsten umgelegt, fährt er los. Unterstützer haben ihn auf mehrere Schmierereien um den Bahnhof im Ort San Bonifacio hingewiesen. Vier dieser Stellen ist er vorab schon einmal abgefahren, um zu prüfen: Gibt es Kameras? Welche Leute hängen dort herum? Welches Design könnte passen? Sein Konzept für das große Werk des

Source:: Stern – Lifestyle

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