Mister Bonn: Promi-Geburtstag vom 16. Mai 2019: Friedrich Nowottny

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Friedrich Nowottny muss erstmal sein Tablet vom Tisch räumen. Darunter liegen Tageszeitungen. Der ehemalige Fernsehjournalist mag heute seinen 90. Geburtstag feiern, aber er ist über das aktuelle Geschehen immer noch voll auf dem Laufenden.

Nowottny war in den 1970er und in der ersten Hälfte der 80er Jahre der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. Das hieß damals nur noch nicht so, denn die Bundesrepublik besaß lediglich eine provisorische Hauptstadt, und dort hielt man sich etwas auf seine Bescheidenheit zugute. „Wenn wir mal eine Exklusiv-Meldung hatten, dann wurde in der ‚Tagesschau‘ nur gesagt: ‚Wie unser Bonner Büro meldet…‘ Büro, noch nicht mal Studio!»

Während er das sagt, schmunzelt er genauso wie damals als „Bericht aus Bonn»-Moderator. Er pflegte die Sendung mit einer leicht ironischen oder zumindest hintergründigen Bemerkung abzuschließen, gefolgt von den Worten: „Auf Wiedersehen – das Wetter!»

Mister Bonn» nannte man ihn damals. Und in Bonn wohnt er auch heute noch – oder wieder: Ihr Reihenhaus haben seine Frau und er vor einem Jahr aufgegeben, weil sie den Garten nicht mehr bewältigen konnten. Jetzt leben sie in einer Wohnung in der Bonner Südstadt. Nowottny hat sich gut gehalten.

Ganz in der Nähe wohnt ein anderer Dinosaurier der Bonner Republik: Helmut Kohls Arbeitsminister Norbert Blüm. Den habe er noch nie besucht, müsse das aber unbedingt mal tun, sagt Nowottny. Im Raum stehe immer noch eine „Kriegserklärung», die Blüm ihm vor vielen Jahren mal telefonisch übermittelt habe – aus Ärger über einen kritischen WDR-Bericht. Das war in der Zeit, als Nowottny Intendant des größten ARD-Senders war, von 1985 bis 1995.

Viele ältere Menschen reden gern und viel von früher – nicht so Nowottny. Er scheint ganz in der Gegenwart zu leben. Noch immer nimmt er im Gespräch ganz

Source:: Stern – Lifestyle

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