Erdogan lässt eine 12.000 Jahre alte Stadt versenken, um der Türkei eine „glänzende Zukunft“ zu schenken

By Business Insider Deutschland

Recep Tayyip Erdogan drängt auf Neuwahlen in Istanbul.

Es ist nicht so, als hätte der jetzige türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht gewusst, auf welch rutschiges Terrain er sich da begibt. Er wusste es sehr wohl und er sagte es auch frei heraus. Schon vor 13 Jahren, als Erdogan noch Ministerpräsident und nicht Präsident der Türkei war, als er gerade vier und nicht schon mehr als 16 Jahre lang die Geschicke im Land lenkte, da stellte er sich im Tal von Hasankeyf hin und gab unumwunden sein Dilemma zu. „Auf der einen Seite gibt es eine steigende Nachfrage nach Energie und einer glänzenden Zukunft für die Türkei“, zitierte ihn die britische Zeitung „The Guardian“. „Auf der anderen Seite geht es um Geschichte, Kultur und ein Erbe, das der ganzen Menschheit gehört. Wir müssen eine Lösung finden. Wir müssen Frieden zwischen beiden Seiten schließen.“

Lest auch: Erdogan wollte eine „fromme Generation“ heranziehen — die Realität in der Türkei sieht ganz anders aus

Erdogan hat eine Lösung gefunden. Frieden zwischen beiden Seiten schließen konnte er aber nicht. Vielleicht wäre das auch zu viel verlangt. Vielleicht wäre das auch gar nicht möglich. Immerhin geht es im Tal von Hasankeyf um Sein oder Nicht-Sein. Entweder wird das mehr als 12.000 Jahre alte, mehrheitlich von Kurden bewohnte Städtchen samt malerischer Umgebung überflutet, wenn der 1,3 Milliarden Dollar schwere Ilisu-Staudamm einmal in Betrieb ist und Wasser des Flusses Tigris meterhoch und kilometerweit staut. Oder eben nicht.

Erdogan entscheidet sich für das Fluten

Erdogan und seine Regierung haben sich für das Fluten entschieden. Schon diese Woche sollten die Stauvorrichtungen nach Informationen der ARD geschlossen und mit der Rückhaltung des Tigiris im Tal von Hasankeyf begonnen werden. Allerdings wurde die Stauung offenbar abermals verschoben. Auf unbestimmte Zeit. Grund: Der Tigris führe zu viel Wasser, der Pegelstand des Stausees könnte zu schnell steigen, berichtete

Source:: Business Insider.de

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.