Frankreich will Facebook die Einführung von Libra verbieten

By dpa

Libra EU

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire will die Pläne des Internetriesen Facebook für die digitale Währung Libra bremsen. „Unter diesen Bedingungen können wir die Entwicklung von Libra auf europäischem Boden nicht erlauben“, sagte Le Maire am Donnerstag in Paris bei einer Konferenz der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Konkret wurde der Minister nicht.

„Die Währungs-Souveränität der Staaten steht auf dem Spiel“, warnte er: In Ländern mit schwachen Währungen werde Libra diese ersetzen und „die Unabhängigkeit der Staaten infrage stellen“. Le Maire sieht in Libra auch ein Systemrisiko, wie er unter Verweis auf die mehr als zwei Milliarden Nutzer von Facebook erklärte. „Jeder Fehler in der Funktionsweise dieser Währung, in der Verwaltung ihrer Reserven, könnte erhebliche finanzielle Unruhen auslösen.“ Der Minister sprach sich dagegen für eine öffentliche Digital-Währung aus.

Libra soll an etablierte Währungen gekoppelt und durch Staatsanleihen gesichert werden

Facebook will Libra im kommenden Jahr für Verbraucher verfügbar machen. Die Idee stößt bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf massiven Widerstand, weil die Digitalwährung etwa mit US-Dollar oder Euro zu kaufen sein soll. Zu den ersten Partnern des Projekts gehören gut zwei Dutzend private Unternehmen wie Mastercard, Visa, Paypal und Uber. Um Kursschwankungen zu vermeiden, soll Libra an etablierte Währungen gekoppelt und durch Staatsanleihen abgesichert werden. Facebook hatte betont, vor Einführung der Währung die Bedenken von Regulierern ausräumen zu wollen.

Sorge hatte bereits Bundesfinanzminister Olaf Scholz geäußert. „Die Herausgabe einer Währung gehört nicht in die Hände eines Privatunternehmens, denn sie ist ein Kernelement staatlicher Souveränität“, zitiert ihn „Spiegel Online“, „der Euro ist und bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel im Euroraum.“ In einer nicht-staatlichen Währung sieht er eine Keimzelle für Geldwäsche und Terrorfinanzierung.

Source:: Business Insider.de

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