Halbzeitansprache von Rudi Schöller: Das schlimmste sind die Millennials

By marco.weise@kurier.at (Marco Weise)

Kabarettist Rudi Schöller wagt in seinem neuen Programm eine Halbzeitanalyse über sein Leben, ärgert sich über ständig wachsende To-do-Listen, erklärt den IKEA-Effekt und mischt Philosophisches mit Banalem.

Dass einem das Programmheft Rudi Schöller als „stummen Diener ,Vormärz‘ von ,Wir sind Kaiser‘ schmackhaft macht, mag zwar breitenwirksam sein, aber es ist unfair. Rudi Schöller gegenüber. Denn den gebürtige Oberösterreicher hat sich längst von dieser Rolle befreit, was er am Mittwochabend bei der Premiere seines neuen Programms im Kabarett Niedermaier bestätigt hat. Zum Fußball-Fangesang „Es gibt nur einen Rudi Völler“ betritt er die Bühne, weil er als Kind immer Rudi Schöller und nicht Rudi Völler verstanden hat. Daher war auch klar, die Halbzeitanalyse seines Lebens muss „Es gibt nur einen Rudi Schöller“ heißen.

Der gelungene und gscheite Abend dauert zirka so lange wie ein Fußballspiel: 90 Minuten plus ordentlicher Nachspielzeit. Klar also, dass dabei auch billige Wuchteln, Schöller nennt sie selbst Häuslschmähs, geschoben werden. Er versteht etwa nicht, warum wir, also die Österreicher, ihre Nationalmannschaft, die sich selten für eine EURO oder WM qualifiziert und noch nie einen Titel gewonnen hat, mit „Immer wieder, immer wieder Österreich“ anfeuern. Das sei doch skurril.
Aber die Schweizer sind mit ihrem „knappen, sparsamen und hinterlistigen „Hopp, Schwiiz“ nicht besser. Oder die Franzosen mit „Allez les Bleus“. „Das klingt so, also würde man einen Schimmelkäse beim Schimmeln anfeuern.“

Nach der lockern Aufwärmphase wird es intimer: Rudi Schöller denkt ruhig auf der Bühne sitzend über sich, sein bisheriges Leben und die Gesellschaft nach, die sich seit seiner Kindheit am Land doch verändert hat. Hat man früher eines nach dem anderen gemacht, so muss man

Source:: Kurier.at – Kultur

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.