CNN-Star über Trump: „Wenn er lügt, mache ich seine Lüge publik“

By elisabeth.sereda@kurier.at (Elisabeth Sereda)

Der prominente Journalist Jake Tapper über ausgewogene Berichterstattung, die vom US-Präsidenten täglich schlecht gemacht wird.

Jake Tapper, 51, ist ein Star auf CNN. Der New Yorker Politjournalist, Kommentator und Filmproduzent hat aus seiner politischen Überzeugung nie ein Geheimnis gemacht: Er ist Demokrat und war in der Obama-Ära Korrespondent im Weißen Haus. Tapper schrieb für New York Times und Washington Post, sein Buch über den Krieg in Afghanistan („The Outpost“) wurde jetzt verfilmt.

KURIER: Haben Sie vor, mehr Bücher zu schreiben?

Jack Tapper: Ja, aber derzeit schreibe ich einen Roman. Fiktion, nicht Wahrheit. Ich brauche das als Flucht. Weil wir in einer extremen Epoche leben.

Ist es frustrierend, dass Ihnen oft das Wort im Mund umgedreht wird?

Sehr. Und es kommt von ganz oben.

Präsident Trump macht die wahren Nachrichtenunternehmen täglich schlecht. Es ist kein Geheimnis, warum er das tut. Er schlägt auf alle hin, die ihn und seine Rhetorik herausfordern und hinterfragen, ganz egal ob das Robert Mueller ist oder ein Gerichtshof oder die Medien.

Er versucht alles gesetzlich zu verbieten, was gegen ihn gerichtet ist. Wir müssen Autorität hinterfragen. Das ist unsere Aufgabe als Bürger, nicht nur als Reporter.

Ist die Vermischung von journalistischen Fakten und Meinungen ein Problem der modernen Medien?

Ein sehr großes. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: die derzeit viel diskutierte Polizeireform. Es ist nicht meine Aufgabe als Journalist, dazu eine Meinung zu haben. Wenn mein Gast in meiner Sendung ein Demokrat ist, dann stelle ich ihm Fragen aus republikanischer Perspektive. Wenn er ein Republikaner ist, dann kommen meine Fragen aus demokratischer Perspektive. Nur so kann ich eine Ausgewogenheit schaffen.

REUTERS/LUCAS JACKSON

Jake Tapper

Wird diese Art Journalismus unter Trump schwieriger?

Ja, denn neben jeder ausgewogenen Sendung auf CNN gibt es Fox News. Wenn ich über eine Wahlveranstaltung für Trump berichte, muss ich damit rechnen, dass mein Kamerateam von seinen Anhängern attackiert wird. Er hat das System

Source:: Kurier.at – Politik

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